Sergej Pawlowitsch Diaghilew

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    russischer Ballettimpresario und Ballettdirektor; * 31. März 1872 in Selitschew Kasernen, † 19. August 1929 in Venedig

    Diaghilew kam 1890 nach St. Petersburg. Er war zwar Jurastudent, aber er interessierte sich vor allem für Kunst. Deshalb gründete er zusammen mit anderen Künstlern, wie A. Benois und L. Bakst, 1899 die Zeitschrift "Welt der Kunst". Er kam im selben Jahr als Dramaturg an das Marientheater. Diesen Posten hatte er jedoch nur bis 1901 inne. Diaghilew machte sich bereits an ein neues Projekt: Er organisierte Ausstellungen in St. Petersburg und in Paris, in denen er russische Kunst präsentierte.

    1909 brachte er auch Tänzer des Petersburger und Moskauer Balletts zusammen mit anderen Künstlern nach Paris, um dem Westen russisches Ballett und russische Oper näher zu bringen, was sehr erfolgreich war. Das Jahr 1909 wird deshalb auch als Geburtsstunde des modernen Balletts bezeichnet. Für die nächsten 20 Jahre waren Diagilews "Ballets Russes" in der Ballettszene tonangebend. Sie führten zu einem neuen Aufschwung des Balletts, sowohl in Westeuropa, wo das Ballett in den Jahrzehnten zuvor zu einem Amüsierspektakel verkommen war, als auch in den USA.

    Diaghilews Erfolg resultierte auch aus seinem Gespür für Nachwuchstalente, die er aus allen Bereichen der Kunst rekrutierte, aus Tanz, Literatur und Bildender Kunst.

    Zu den wichtigsten Tänzern der "Ballets Russes" zählten Nijinski, Karsawina, Dolin und Lifar. Fokine, Massine, Nijinska und Balanchine choreografierten so berühmte Maler wie Benois, Bakst, Picasso, Matisse und Roerich. Komponisten wie Strawinsky, Ravel, Debussy, Prokofjew und Poulenc arbeiteten mit Diaghilew zusammen, wodurch Diaghilew eine Erneuerung des Balletts erreichte.

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