Reicht die gesetzliche Rentenversicherung als Altersvorsorge?

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    Noch immer verfolgt Norbert Blüm, von 1982 bis 1998 Arbeits- und Sozialminister unter Bundeskanzler Helmut Kohl, der Spruch, die Renten seien sicher, der einst in abgewandelter Form auf Wahlplakaten prangte, und den Blüm unter anderem im Bundestag fallen ließ. Doch gilt er auch weiterhin? Und wie sinnvoll ist es, sich allein auf die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen?

    Die Idee der gesetzlichen Rentenversicherung

    Die finanzielle Absicherung für alle diejenigen, die aus Alters- oder anderen Gründen, wie beispielsweise Invalidität, nicht mehr arbeiten können, unabhängig davon, ob sie sich über die Jahre der Erwerbstätigkeit von ihrem Gehalt Rücklagen ansparen konnten oder nicht, das ist der Gedanke hinter der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Sie beruht, wie andere Sozialversicherungen auch, auf Solidarität und soll so für einen gerechten Ausgleich sorgen. Wer viel Geld verdient, sichert durch seine Beiträge diejenigen ab, die nicht in der Lage sind, so viel in das Rentensystem einzuzahlen. In Deutschland werden die gesetzlichen Renten umlagenfinanziert, was bedeutet, dass eine Generation nicht ihre eigene Rente einzahlt, sondern von ihren Beiträgen die aktuellen Rentenbezüge finanziert werden. Weitere Sozialversicherungen sind z.B. die Kranken- und die Arbeitslosenversicherung.

    Die Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung

    Der Sozialstaat ist nicht nur im deutschen Grundgesetz unabänderbar festgelegt, sondern hat auch eine lange Tradition. Die gesetzliche Rentenversicherung, wie wir sie kennen, geht zurück bis zur Zeit des Reichkanzlers Otto von Bismarck, unter dem 1889 das Gesetz der Invaliditäts- und Alterssicherung verabschiedet wurde. Doch bereits im Mittelalter gab es in Gilden und Zünften bereits Systeme, die als Vorgänger der heutigen Sozialversicherung bezeichnet werden können. Zu Beginn war das Rentensystem noch auf das Kapitaldeckverfahren aufgebaut, die eingezahlten Beiträge wurden angespart. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts litt das System unter anderem durch die Inflation und die Weltwirtschaftskrise in den zwanziger Jahren, so dass die staatliche Rentenzahlung nicht wirklich eine angemessene Versorgung darstellen konnte. Erst 1957 kam es zu einer weitgreifenden Reform der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Umlagenfinanzierung, was auch dazu führte, die Auszahlung der Rente dynamischer gestalten zu können.

    Die gesetzliche Rentenversicherung heute

    Wenn die Rente einer Generation immer durch die nachfolgende finanziert wird, muss diese die Rente jedoch tragen können – eine überaus hohe Massenarbeitslosigkeit oder eine rapide älter werdende Gesellschaft können hier für Probleme sorgen, die dann entweder durch erhöhte Rentenbeiträge, ein niedrigeres Rentenniveau oder Querfinanzierung ausgeglichen werden müssen. Das Rentenniveau bezeichnet das Verhältnis zwischen Durchschnittsverdienst und der Standardrente. Seit 2000 ist es um fast fünf Prozent gesunken und liegt aktuell bei 48,1 Prozent. Die Bundesregierung will das Rentenniveau bis 2025 stabilisieren, Finanzminister Olaf Scholz startete im August einen Vorstoß, das Niveau sogar bis 2040 halten zu wollen. Damit scheint die Rente weiterhin sicher zu sein. Ob sie jedoch ausreicht, um nach dem Renteneintritt über die Runden zu kommen, ist eine andere Frage. Das Bundesarbeitsministerium hat kürzlich aufgeschlüsselt, dass jede zweite gesetzliche Rente bei 800 Euro lege und sich damit unter der Armutsschwelle befindet, die zwischen 950 und 1.050 Euro liegt.

    Wie am besten für die Zukunft vorsorgen?

    Während die Arbeitswelt durch die Digitalisierung gerade im Wandel ist, sind tiefgreifende Veränderungen im Rentensystem hingegen – noch – nicht in Sicht. Auch kann keiner voraussagen, wie sich die Digitalisierung auf die Arbeitsverhältnisse auswirken wird. Grund genug, nach Möglichkeit auch privat vorzusorgen, ein Thema, das aber nicht selten gescheut wird, auch weil das Gebiet einem undurchdringlichen Wald gleicht. Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es? Lohnt sich beispielsweise die Riester-Rente? Sollte in Immobilien investiert werden? Oder bietet vielleicht der Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an? Klar ist, je früher sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt wird, desto besser und desto eher wird davon im Alter profitiert.

    Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst die Altersvorsorge zu drei Säulen

    • staatliche Regelsicherung,
    • betriebliche Altersversorgung
    • und private Altersvorsorge

    zusammen, die wiederum in verschiedene Einzelteile unterteilt sind. Zur ersten Säule gehört neben der gesetzlichen Rentenversicherung, zur zweiten betriebliche Altersvorsorgen, die teilweise staatlich gefördert werden, aber auch Knappschaften. Die dritte Säule gehören beispielsweise Lebensversicherungen oder Sparverträge. Oder private Rentenversicherungen wie die bekannten und ebenfalls vom Staat geförderten Riester oder Rürup. Aber nicht alle Rentenversicherungen sind attraktiv oder lohnen sich auch für jeden. Beispielsweise wird mithilfe von wefox die beste private Rentenversicherung gefunden. Wichtig ist es, sich die Zeit zu nehmen, um herauszufinden, welches der zahlreichen und vielfältigen Angebote am besten auf die eigene Lebenssituation passt, damit dem Renteneintritt beruhigt entgegengesehen werden kann.


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