Pauke

    Aus WISSEN-digital.de

    Die Pauke ist das wichtigste Schlaginstrument des Orchesters, dem sie seit dem 17. Jh. angehört. Sie ist ein Membranofon mit definierter, erkennbarer Tonhöhe, im Unterschied etwa zu den Trommeln.

    Nach Europa kam sie vermutlich im Zusammenhang mit den Kreuzzügen, zunächst jedoch als wesentlich kleineres Instrument, das am Gürtel befestigt und zu Pferd gespielt werden konnte. Später wurde die Pauke dann größer und in der Regel paarweise ins Orchester aufgenommen, wo sie auf Tonika und Dominante, also auf die Grundtöne der beiden wichtigsten harmonischen Stufen, gestimmt war.

    Erst mit dem 19. Jh. begannen Komponisten von dieser Stimmpraxis abzuweichen. Das erforderte entweder mehr Pauken, um entsprechend mehr Töne zur Verfügung zu haben, oder eine Mechanik, mit deren Hilfe ein schnelleres Umstimmen erlaubt war. Dazu gab es mehrere Lösungsansätze (Spannschraubenmechanik, Kurbelpauke), deren erfolgreichster die Erfindung der Pedalmaschinenpauke war (Gautrot, Paris, 1855; Pittrich, Dresden, um 1872), wie sie bis heute gespielt wird. Dieses Instrument ermöglicht nicht nur ein schnelles Umstimmen mithilfe eines Pedals, sondern damit auch noch neuartige Spielmanieren, wie etwa das Pedalglissando (z.B. bei Bartók "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta", Sz 106).

    Der Resonanzkörper der Pauke ist halbkugelförmig, manchmal nach obern erweitert, und weist am Boden ein mittiges Resonanzloch mit einem Durchmesser von ca. drei Zentimeter auf. Das darüber gespannte Fell ist aus Kalbsleder (bei modernen Instrumenten auch aus Kunststoff) und wird mit ein oder zwei Schlägeln gespielt, deren Köpfe meist aus lederbezogenem Holz, Hartfilz oder Schwamm gefertigt sind.

    Die beste Schlagstelle liegt einige cm vom Rand des Felles entfernt, um einen möglichst präzisen Schlagton zu erzeugen. An Schlagtechniken sind zu erwähnen der Kreuzschlag (beim Spiel auf zwei Pauken mit gekreuzten Armen) und der Wirbel, mit dem ein unbegrenztes Halten eines Tones erzielt wird.

    Der Klang der Pauke verbindet sich gut mit dem des Orchesters, sie wirkt dynamikverstärkend und akzentsetzend. Daher treten im Barockorchester immer Trompeten und Pauke gemeinsam auf, wobei die Pauke als "Bassinstrument" der Trompeten galt. J. Haydn setzt die Pauke zu Beginn der Es-Dur-Symphonie Nr. 103 "mit dem Paukenwirbel" ein, in der Symphonie Nr. 94 G-Dur "mit dem Paukenschlag" ist der Paukenschlag eigentlich ein Schlag des ganzen Orchesters.

    Erst mit L. van Beethoven (Violinkonzert D-Dur, op. 61) und besonders in der Romantik wird auch das Pianissimo der Pauke solistisch entdeckt, bei R. Wagner nimmt sie über weite Strecken sogar thematisch-motivisch am musikalischen Geschehen teil. Da die Pauke nur über einen Umfang von einer Quinte bis einer Sexte verfügt, ist trotz der Pedalmaschine immer das Spiel auf mindestens zwei Instrumenten notwendig. Dafür werden Pauken in meistens vier Größen gebaut, mit denen ein Umfang von D-a bespielbar ist.

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