Oratorium (Musik)

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    großes instrumental-/orchesterbegleitetes Werk für Gesangssolisten und Chor mit meist geistlichen Texten; eine Folge von Orchestervor- und -zwischenspielen, Chorsätzen, Rezitativen, Arien, Duetten usw. Anfang des 17. Jh.s in Italien entstanden. Um 1640 erscheint erstmals die Bezeichnung "Oratorium".

    Eine Blütezeit erlebte das Oratorium in der Folgezeit in Rom durch die Jesuiten (G. Carissimi). Oratorien schrieben u.a. G.F. Händel (z.B. "Messias"), J. Haydn (z.B. "Die Schöpfung", "Die Jahreszeiten"); im 19. Jh. wurden nur noch wenige Oratorien komponiert, einer der bekanntesten Komponisten, die die Gattung noch bereicherten, war F. Mendelssohn Bartholdy ("Elias", "Paulus"); in der Gegenwart Neubelebung unter anderem durch A. Honegger ("Johanna auf dem Scheiterhaufen") und I. Strawinsky ("Oedipus rex").

    Eine Sonderform stellen die Passionen dar, die in den meisten Fällen ebenfalls in der Art eines Oratoriums angelegt sind, so auch die beiden überlieferten Passionen von J.S. Bach (siehe "Matthäuspassion").