Milzbrand

    Aus WISSEN-digital.de

    (Anthrax)

    eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die bei Tieren (Rinder, Schafe, seltener Pferde, Hunde, Schweine, Katzen) und beim Menschen vorkommt. Die Krankheit wird vom Tier auf den Menschen übertragen und durch den Bacillus anthracis verursacht. Robert Koch entdeckte die Milzbrandsporen und klärte die Ursache der Krankheit. Milzbrand gibt es in der ganzen Welt, besonders in Ländern, in denen die Seuchenüberwachung der Tiere schlecht ist.

    Beim häufigeren Hautmilzbrand entsteht am Infektionsort eine Pustel und daraus der Milzbrand-Karbunkel. Daneben gibt es noch den Lungen- und den Darmmilzbrand. Die Infektion erfolgt bei Lungenmilzbrand durch Einatmen von Sporen, bei Darmmilzbrand durch den Verzehr von rohem Fleisch und von ungekochter Milch, beim Hautmilzbrand durch Hautverletzungen. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis zu mehreren Tagen.

    Der Milzbranderreger entlässt Giftstoffe in den Blutkreislauf. Milzbrand führt deshalb - in akuten Fällen sehr schnell - zum Tod durch Blutvergiftung. Der Erreger kann auch als biologische Waffe eingesetzt werden. Bereits im Zweiten Weltkrieg wurden von britischen Forschern Experimente mit dem Bacillus anthracis vorgenommen. Der Einsatz des Erregers als Waffe von Terroranschlägen ist seit der Reihe von Milzbrandfällen in den USA im Oktober 2001 eine reale Gefahr.

    Der Bacillus anthracis kann nur in einem sehr frühen Stadium durch Antibiotika erfolgreich bekämpft werden. Eine Impfung gegen Milzbrand ist möglich; Louis Pasteur entwickelte bereits 1881 einen Impfstoff. Die heute existierenden Impfstoffe haben immer noch starke Nebenwirkungen; auch sind mehrere Dosen für einen effektiven Impfschutz notwendig. In jüngster Zeit wurde allerdings eine Impfmethode entwickelt, die nicht direkt vor dem Erreger der Krankheit schützt, sondern vor von diesem in den Körper entlassenen Giftstoffen. Ende 2001 wurde außerdem von einem israelischen Biologischen Institut die Entwicklung eines gentechnisch hergestellten Impfstoffs mit weniger Nebenwirkungen und einmaliger Dosierung abgeschlossen.

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