Kelten

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    (lateinisch: Galli; griechisch: Galatoi, Keltoi) auch: Gallier

    Die Kelten waren ursprünglich eine indogermanische Völkergruppe der Urnenfelderkultur. Ausgangsraum war wahrscheinlich Nordwestfrankreich, das Moselgebiet, der Hunsrück und die Eifel. Die erste Erwähnung von Kelten auf der lberischen Halbinsel fand um 600 v.Chr. statt, die der Kelten bei Marseille und in Österreich um 500 v.Chr. Dann wurden sie häufiger bei den antiken Schriftstellern erwähnt. Sie wurden als kriegerisch und kühn gerühmt und gefürchtet, doch waren sie aufgeschlossen für die Kulturerrungenschaften fremder Völker ("novarum rerum cupidi"). Ihre Kleidung bestand aus Hosen, Leinenkittel und Wollumhang, oft mit Kapuze. Die Kelten hatten kein einheitliches Reich, sondern regionale, durch Pakte verbundene Königreiche. Sie siedelten entweder in Gehöften der Großfamilien unter der absoluten Gewalt des Hausherrn, wobei die Höfe mit Getreidespeichern (Weizen, Gerste), Vorratsgruben, Ställen (Rinder, Schweine, Schafe), quadratischen Feldern, Rechteck- oder Rundhäusern versehen und die größeren Fürstenhäuser palisadenumwehrt waren, oder in früher Zeit in Bergfestungen, unter anderem in Heuneburg (Württemberg), Odilienberg (Elsass), St. Thomas (an der Aisne, Frankreich), Cite de Limes (an der Seine, Frankreich), Castro de Briteiros (Portugal), Old Oswestry (Wales), Cissburg Rings (Sussex) und Uffington (England). Seit dem 2. Jh. v.Chr. lebten sie auch in "oppida", gräbenumwehrten Festungssiedlungen mit gewaltigen Steinmauern, und, nur in Kriegszeiten, in umwallten Fluchtburgen mit genügend Weidegelände für Viehherden.


    Die Kelten waren Pferdezüchter und bekannt durch ihre Reiterkämpfe (Pferdegöttin Epona). Sie trieben Fernhandel im Mittelmeerraum (Griechenland, Etrurien) und im Norden und Osten. Geld (weit verbreitete Bildmünzen) und Tauschhandel waren gängig. Sie verehrten Natur- und Stammesgottheiten, den "sitzenden Gott" und die "Drei Matronen", sowie heilige Säulen und heilige Bäume.

    Es wurden von Pfosten getragene offene Tempelchen und kreisrunde oder vieleckige Tempel errichtet. Die oft in Orden organisierten Druiden waren ihre Opferpriester, Zauberer, Ärzte und Richter. Ihren Fürsten bereiteten sie Gräber, in denen der Tote auf einem Bauernwagen (in späterer Zeit auf zweirädrigen Streitwagen) aufgebahrt lag. Sie waren Mitträger der späten Hallstatt- und Hauptträger der Latène-Kultur (Verbreitung des Eisens), die sich zwischen den Ostalpen bis zum Ärmelkanal und im Süden bis zur Straße von Gibraltar erstreckte.

    Um 900 v.Chr. unternahmen sie Wanderzüge im nordalpinen Raum (Süddeutschland, Böhmen, Schweiz, West- und Mitteleuropa), im 7. Jh. nach Gallien, im 6. Jh. nach Spanien (Keltiberer) und im 5. Jh. nach Britannien und nach Irland im 4. Jh. v.Chr. Sie breiteten sich bis über die Lombardei aus und unternahmen unter Brennus, die Etrusker überrennend, Raubzüge ins Römerreich bis Apulien und Sizilien. Um 390 v.Chr. kam es zur Plünderung Roms (Allia). Auf dem Balkan drangen sie bis zur Peloponnes vor (um 370 v.Chr.); um 350 v.Chr. standen sie in Galizien. Im 3. Jh. erfolgte von Makedonien aus ein Zug nach Vorderasien. Nach der Verheerung Delphis (279 v.Chr.) und dem Übergang über die Dardanellen (278 v.Chr.) ließen sie sich im ehemaligen Phrygien (mittlere Türkei) nieder. Sie wurden hier Galater genannt.

    Im Kampf gegen ihre Raubzüge war das Reich von Pergamon besonders erfolgreich (Siegesdenkmäler in Pergamon: Friese am Zeus- und Athene-Altar, "Sterbender Gallier"). Im 2. Jh. v.Chr. gewann Rom das ganze keltische Pogebiet (Gallia cisalpina, 192 v.Chr.), und im 1. Jh. eroberte Cäsar, die Streitigkeiten der keltischen Stämme untereinander geschickt ausnutzend, ganz Gallien (Gallia transalpina, 58-51 v.Chr.). Keltische Belgen wanderten in Britannien ein, wohin ihnen Cäsar 55-54 vorübergehend folgte.

    52 v.Chr. besiegte er bei der Festung Alesia den Fürsten Vercingetorix, der sich noch einmal um eine Einigung der zerstrittenen keltischen Stämme im Kampf gegen die Römer bemüht hatte. 43 n.Chr. besetzten die Römer endgültig Britannien. Die Kelten wurden im Kampf mit den Römern und den nach Gallien vorstoßenden Germanen aufgerieben oder kulturell fast ganz assimiliert. Heute findet man Reste dieses Volkes unter anderem in der Bretagne, in Wales, Schottland, Irland und auf der Insel Man.


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