Johannes Paul II.

    Aus WISSEN-digital.de

    264. Papst; * 18. Mai 1920 in Wadowice bei Krakau, † 2. April 2005 in Rom

    eigentlich: Karol Wojtyla;

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    Johannes Paul II.

    Karol Jozef Wojtyla trat 1942 ins Priesterseminar des Erzbistums Krakau ein und wurde 1946 zum Priester geweiht. Als Weihbischof von Krakau nahm er 1963 am 2. Vatikanischen Konzil teil. Nach der Ernennung zum Erzbischof 1964 und zum Kardinal 1967 wurde er am 16.10.1978 unter dem Namen Johannes Paul als erster Nichtitaliener seit 1523 zum Papst ausgerufen. 1981 erlitt er bei einem Anschlag auf dem Petersplatz in Rom lebensgefährliche Verletzungen, erholte sich jedoch wieder. Erst im Alter verschlechterte sich die Gesundheit des Papstes. Da ihm die Parkinsonsche Krankheit die Ausübung seines Amtes zusehends erschwerte, wurde schon ab dem Jahr 2002 über seinen Rücktritt spekuliert. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten starb er am 2. April 2005 in Rom.

    In seiner über 26-jährigen Amtszeit engagierte sich Papst Johannes Paul II. auch für weltliche Belange. Er setzte sich für die Förderung von Frieden, Menschenrechten und Demokratie ein. Zum friedlichen Ende des Ostblocks und des Kalten Krieges trug er durch die Unterstützung der Widerstandsbewegung bei. Auf zahlreichen Auslandsreisen in über 120 Staaten versuchte er, die Verständigung der Völker und den Dialog der Religionen durch versöhnliche Gesten zu fördern. So besuchte er als erster Papst nach der Trennung der Kirchen Großbritannien. Außerdem betrat er als Zeichen der Versöhnung sowohl eine Synagoge als auch eine Moschee. Im Jahr 2000 sprach er bei einer Messe im Petersdom das große "Mea Culpa" und bekannte zahlreiche Verfehlungen der Kirche wie die Inquisition, Ketzerverbrennungen, Zwangsmissionierungen und die Glaubenskriege.

    Johannes Paul II. galt aber auch als Papst der Widersprüche. Sein autoritärer Führungsstil und die strenge Disziplin brachten ihm immer wieder Kritik ein. Er beharrte auf strengen Vorschriften, die von Kritikern oft als überholt angesehen wurden. Ein Streitthema war beispielsweise immer wieder seine Haltung zu Themen wie dem Zölibat, der vollkommenen Ablehnung der Priesterweihe der Frau, der Empfängnisverhütung, Abtreibung und Homosexualität. Auch gegenüber der Ökumene, dem gemeinsamen Abendmahl mit Christen anderer Konfessionen, war seine Haltung bis zum Schluss ablehnend.

    Johannes Paul II. verfasste insgesamt 14 Enzykliken. 1995 veröffentlichte er "Ut unum sint" (Dass sie eins seien), die die Einheit der Christen beschwor. Eine Einheit unter Führung der katholischen Lehre allerdings, was ihm von Seiten der Ökumene-Befürworter viel Kritik einbrachte. Bedeutend sind die beiden Sozial-Enzykliken "Sollicitudo rei socialis" (1988) und "Centesimus Annus" (1991). 2003 veröffentlichte der Papst die Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" (Die Kirche [lebt] von der Eucharistie her).

    Am 1.Mai 2011 wurde Johannes Paul II. von seinem Nachfolger, Papst Benedikt XVI., seliggesprochen.

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