Georg Büchner

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    deutscher Dramatiker und Revolutionär; * 17. Oktober 1813 in Goddelau bei Darmstadt, † 19. Februar 1837 in Zürich

    Nach Abschluss des Gymnasiums in Darmstadt ging Büchner auf Wunsch seines Vaters an die Universität Straßburg. Er betrieb naturwissenschaftliche Studien und beschäftigte sich außerdem mit französischer Geschichte und Politik. Bald wechselte er die Universität; im Herbst 1833 ging er nach Gießen. Büchner begann sich für die sozialen Missstände in Deutschland zu interessieren und engagierte sich politisch, unter anderem als Gründungsmitglied der hessischen Organisation "Gesellschaft für Menschenrechte", deren bürgerlich-liberales Programm er zu einem klassenkämpferisch-sozialistischen umzuwandeln suchte. Er war Hauptverfasser der illegalen Flugschrift "Der hessische Landbote".

    Auf Grund seiner politischen Auffassungen musste Büchner 1835 aus Deutschland nach Zürich fliehen. Mit einer Untersuchung über Schädelnerven habilitierte er sich an der Eidgenössischen Universität Zürich. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten sind positivistisch geschrieben, er verzichtet auf allen Schmuck der Rede. Neben den physiologischen Studien beschäftigte ihn die Philosophie. Er schrieb über Spinoza und Descartes.

    Büchners Dramen wurden zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt; erst im beginnenden 20. Jh. begegnete sein Werk zunehmendem Interesse: Sein Drama "Dantons Tod" erschien zwar schon 1835, wurde aber erst im Januar 1902 in Berlin uraufgeführt. Das Lustspiel "Leonce und Lena" wurde zuerst in den nachgelassenen Werken 1850 publiziert, die Uraufführung fand am 31. Mai 1895 in München statt. Der "Woyzeck", geschrieben im Winter 1836/37, wurde am 8. November 1913 durch den Schauspieler Albert Steinruck auf der Münchner Bühne der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Das Drama "Woyzek" war Vorlage für Alban Bergs Oper "Wozzek". Neben seinen Dramen verfasste Büchner auch die Erzählung "Lenz" über den gleichnamigen Dichter des Sturm und Drang.

    Büchners Werk zeichnet sich durch einen neuartigen sozialen Realismus und eine moderne dramatische Technik aus. Diese zeigt sich z.B. in der sprunghaften und unvermittelten Anordnung der Szenenfolge in seinen Stücken.

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