Entartete Kunst

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    diffamierendes Schlagwort des Nationalsozialismus für moderne, nichtnaturalistische Kunst, insbesondere für formal innovatorische und inhaltlich sozialkritische Kunst (expressionistisch, dadaistisch, abstrakt).

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    »Entartete Kunst«; Titelseite des Ausstellungsführers von 1937
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    Ausstellung "Entartete Kunst", Kruzifix von Ludwig Gies.

    Im "unerbittlichen Säuberungskrieg" gegen die "entartete Kunst" wurden auf der Kulturtagung der NSDAP 1933 die "Kunstbolschewisten" zum Hauptfeind erklärt, Bilder von Beckmann, Dix, Klee u.a. verboten. Werke von "Künstlern der Verfallszeit" (vor 1933) wurden systematisch aus öffentlichen Sammlungen ausgesondert.

    Unter dem Titel "Entartete Kunst" präsentierte die Reichskammer der Bildenden Künste im Sommer 1937 in München Gemälde, Grafiken, Plastiken mit aufhetzenden Unterschriften als "Ausgeburten des Wahnsinns, der Frechheit". Die Nationalsozialisten fanden in ihrem Kampf gegen die "entartete Kunst" breite Zustimmung (über 20 000 Besucher in der Münchner Ausstellung täglich); das mangelnde Verständnis für moderne Kunst war durch Propaganda zur emotionsgeladenen Ablehnung gesteigert.

    Durch das im Mai 1938 erlassene "Gesetz über Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst" konnte auch aus Privatbesitz entschädigungslos enteignet werden; zahlreiche Kunstwerke wurden im Ausland zugunsten des Reiches verkauft, über 4 000 Bilder 1939 in Berlin öffentlich verbrannt. "Entartete" Künstler mussten emigrieren oder waren zumindest mit Arbeitsverbot belegt.

    Der Begriff "entartete Kunst" hat sich trotz dieser historischen Belastung nach 1945 in der konservativen Kunstkritik bei der Bewertung künstlerischer Avantgarde erhalten. 1991 wurde in Amerika eine Teilrekonstruktion der Pranger-Schau veranstaltet, die 1992 in Berlin wiederholt wurde.

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