Egon Schiele

    Aus WISSEN-digital.de

    österreichischer Maler und Zeichner; * 12. Juni 1890 in Tulln an der Donau, † 31. Oktober 1918 in Hietzing bei Wien

    Neben Oskar Kokoschka ist Schiele der zweite bedeutende Künstler in Österreich, der sich von Jugendstil und Wiener Sezession löste und einen eigenen, expressiv geprägten Stil entwickelte.


    Er war der Sohn eines Bahnwärters; nach dem Tod seines Vaters kam er zu seinem Onkel nach Krumau (Tschechische Republik). Nach dem erfolglosen Besuch verschiedener Schulen beschloss Schiele, Künstler zu werden und bestand mit sechzehn Jahren die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie in Wien. 1906 bis 1909 studierte Schiele in Wien. Einen starken Einfluss auf sein frühes Schaffen hatte die Bekanntschaft mit Gustav Klimt 1907.

    In den folgenden Jahren, bis 1917, lebte Schiele mit Unterbrechungen in Krumau. Sein Lebensstil wie auch die als provokant und obszön empfundenen Werke des Künstlers führten zu Spannungen mit der kleinstädtischen Bevölkerung und Schiele musste die Stadt verlassen. 1918 konnte Schiele seine Werke in der Wiener Sezession ausstellen. Doch noch im selben Jahr, kaum 28 Jahre alt, starb er an der Spanischen Grippe.

    Auch Hodler und die ostasiatische Kunst beeinflusste Egon Schiele. Er malte und zeichnete bevorzugt Akte und Bildnisse. Die Dargestellten sind schonungslos wiedergegeben, teilweise mit abstrahierenden Zügen. Auch mit Stillleben und Landschaften setzte sich der Künstler auseinander, die er ornamental stilisierte. Sein ornamental-grafischer Stil verrät Einflüsse des Wiener Jugendstils. Darüber hinaus aber gelangte er zu ganz persönlichen Ausdrucksformen, die ihn in vielen seiner Werke in den frühen Wiener Expressionismus einreihten.

    Obwohl er jung starb, hinterließ Schiele ein Oeuvre von rund 200 Gemälden und über 2 000 Zeichnungen.

    Werke (Auswahl)

    "Selbstporträt" (1911, Wien, Historisches Museum); "Agonie" (1912, München, Staatsgalerie Moderner Kunst); "Bildnis der Frau des Künstlers" (1917, Wien, Österreichische Galerie im Belvedere); "Herrenbildnis" (1918, Wien, Österreichische Galerie im Belvedere); "Sitzende Frau mit angezogenem Bein" (1917, Prag, Nationalgalerie).


    Wer hat's gesagt?

    Worte von historischen Ausmaßen sind uns zwar meist zumindest vom Hören-Sagen bekannt - aber kennen Sie den Kontext?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 19. April

    1521 Kaiser Karl V. verhängt über Martin Luther die Reichsacht.
    1941 Bertolt Brechts "Mutter Courage" wird im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Die von Helene Weigel verkörperte Protagonistin verliert im Dreißigjährigen Krieg alle ihre Kinder. Brecht will mit seinem Stück die Verzahnung von Kapitalismus und Krieg zeigen.
    1977 Zum Entsetzen seiner Fans wechselt Franz Beckenbauer in den amerikanischen Fußballverein Cosmos. Der Dreijahresvertrag ist auf ca. sieben Millionen DM festgesetzt.