Christian Morgenstern

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    Christian Morgenstern

    deutscher Schriftsteller; * 6. Mai 1871 in München, † 31. März 1914 in Meran (Italien)

    Als Sohn und Enkel von Landschaftsmalern studierte Morgenstern zunächst Volkswirtschaft und Jura, später Philosophie und Kunstgeschichte. Teils hymnisch, teils spielerisch gibt sich der erste Versband "In Phanta's Schloss" (1895), nicht nur im Titel an Arno Holz anklingend. Ein eigener Ton zeichnet dagegen die frühen "Galgenlieder" (1905) aus. Von 1897 bis 1905 entstanden vier Bände ernster Gedichte, der "Palmström" (1910) sowie Übersetzungen (unter anderem Henrik Ibsens "Brand" und "Peer Gynt"). Eine innere Krise, die sich in "Melancholie" (1906) niederschlug, beendete seine "weltliche Epoche" und führte ihn von Nietzsche weg zu Kierkegaard, Meister Eckhart und dem Johannesevangelium ("Einkehr", 1910). Die Heilung inneren Zwiespalts erlangte er 1908 in der Begegnung mit seiner späteren Frau Margareta (Heirat 1910; Gedichte "Ich und Du", 1911). Auf dem mystischen "Weg nach innen" suchte Morgenstern nicht bloßen Glauben, sondern ein Wissen von Gott. Das Bewusstsein verlorener All-Einheit und den Versuch, sie durch Introversion wiederzugewinnen, teilte er mit Zeitgenossen, wie Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke. Die Kunst sollte ihm Zugang zum Sein gewähren: hier scheiternd, wandte er sich Steiner zu und unterwarf die Kunst dessen "Geisteswissenschaft". Seine ernste Lyrik wurde daher mehr und mehr nicht nur Gedankendichtung, sondern geradezu "Philosophie in Versen" (B. F. Martin).

    Zitat
    C. Morgenstern: Gott wäre etwas gar erbärmliches, wenn er sich in einem Menschenkopfe begreifen ließe.

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