Axel Gustavsson Graf von Oxenstierna

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    schwedischer Staatsmann; * 6. Juli 1583 auf Gut Fånö (heute zu Enköping), † 7. September 1654 in Stockholm

    Seit 1611 Mitglied der Vormundschaftsregierung, wurde Oxenstierna von Gustav Adolf nach dessen Mündigkeitserklärung Anfang 1612 zum Reichskanzler ernannt und übte seitdem in der inneren beziehungsweise äußeren Politik als des Königs Berater großen Einfluss aus.

    Er verhandelte unter anderem die Friedensverträge mit Dänemark (1613) und Russland (1617), begleitete Gustav Adolf wiederholt bei den Feldzügen gegen Polen und entfaltete zugleich eine rege diplomatische und administrative Tätigkeit. Seit Herbst 1626 Generalgouverneur von Preußen, kam er Anfang 1632 nach Frankfurt am Main und trat hier an die Spitze des Kriegswesens und der Zivilverwaltung in den Rheinlanden. Seit dem Tode Gustav Adolfs leitete er unumschränkt die schwedische Politik in Deutschland, wo er besonders die Zersplitterung der protestantischen Kräfte möglichst zu verhüten suchte, und wurde, wider den Willen des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I., von den Ständen der vier oberen Kreise auf dem Heilbronner Konvent (im April 1633) als Leiter der evangelischen Union anerkannt.

    Gleichzeitig entwarf er für Schweden eine neue Verfassung ("Regierungsform" von 1634), die für ihre Zeit ein Meisterwerk der Staatskunst war, auf die Dauer aber die Entwicklung einer Adelsoligarchie nicht zu hindern vermochte. 1636 kehrte er nach Schweden zurück, wo er als Haupt der Vormundschaftsregierung für die Königin Christine mit deren Mutter Maria Eleonora bald in ein Zerwürfnis geriet.

    Er bestimmte die Haltung Schwedens im Westfälischen Friedenskongress und wurde nach Beendigung des siegreichen Krieges mit Dänemark (1645) von der inzwischen mündig gewordenen Königin in den Grafenstand erhoben. Er fiel aber später bei ihr in Ungnade und verlor allmählich einen Teil seines Einflusses.

    Königin Christines Nachfolger Karl X. Gustav schenkte Graf von Oxenstierna, wie schon in früheren Jahren, sein volles Vertrauen.



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