Hamburger Speicherstadt: Deutschlands jüngstes Weltkulturerbe

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    Im Nordosten von Hamburgs Hafengebiet liegt die Hamburger Speicherstadt, der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Seit 2015 ist die Speicherstadt Deutschlands jüngstes Kulturgut auf der UNESCO-Welterbe-Liste.

    Ein Gewirr von Fleeten und Kanälen durchzieht den Hamburger Hafen abseits der großen Hafenbecken, an denen die großen Schiffe ihre Ladung löschen. Kein Wunder, dass Hamburg mehr Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen hat, nämlich 2.500. Das Wasserlabyrinth führt dorthin, wo die angelandeten Waren einst umgeschlagen wurden, in die Speicherstadt.

    Imposante Neogotik-Backsteinbauten mit Türmen und spitzen Treppengiebeln aus wilhelminischer Zeit ragen hoch in den Himmel auf und spiegeln sich im Wasser. Die Speicherstadt entstand 1885 an der Stelle eines Arbeiter-Wohnviertels, als Hamburg sich dem Zollgebiet des Deutschen Reichs anschloss. Nun galt die Zollfreiheit für ganz Hamburg nicht mehr und nur ein geschlossenes Freihafengebiet blieb zollfrei. Dort wurden Speicherhäuser als Lager gebraucht. Seit dem Siegeszug der Containerschifffahrt wird die Speicherstadt nicht mehr als Warenlager genutzt. Seit 1991 steht die Speicherstadt unter Denkmalschutz, seit 2015 zusammen auf der UNESCO-Welterbeliste.

    Die Speicherstadt atmet heute noch die Zeit weltoffener hanseatischen Kaufmannsgeistes, in manchen Speicherhäusern scheint noch ein Duft von Tee und Gewürzen zu spüren sein, in anderen Speichern hat sich ein Hauch von Kaffee- oder Kakaoduft gehalten. Heute haben sich dort gastronomische Betriebe, viele Kreative der unterschiedlichsten Richtungen und das größte Orientteppichlager der Welt angesiedelt. Über die Architektur der Speicherstadt und ihre Entstehung, die Geschichte und den Warenumschlag informiert anschaulich das Speicherstadtmuseum, das Zollmuseum über den Freihafen, das Kaffeemuseum Burg über Kaffeeröstung. In der angrenzenden Hafencity sind im Internationalen Maritimen Museum rund 40.000 Schiffsmodelle zu bestaunen.

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    Architektonisch spektakulär überragt werden die Speicherhäuser seit 2016 von der 110 m hohen Elbphilharmonie am Kaiserhöft, deren Sockel selbst ein Speicherhaus bildet. Von der 37 m hohen öffentlich zugängigen Plaza des „Elphi“ genannten Weltklasse-Konzertbaus bietet sich ein grandioser Blick über Hamburgs Hafen, die Speicherstadt und die Elbe.



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