Französische Revolution

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auch: Große Revolution;

politische, ideologische und soziale Umwälzung von weltgeschichtlicher Bedeutung, tiefer Einschnitt in der Geschichte Europas, indirekt auch Nord- und Südamerikas.

Inhaltsverzeichnis

Ziel

Staatsordnung der Vernunft, Sturz des Feudalismus, der alten Ständeordnung und des Absolutismus; Verwirklichung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" unter dem Eindruck des Freiheitskrieges der nordamerikanischen Bürgerheere, ihrer Freiheitsideen, Unabhängigkeitserklärung (1776) und der Erklärung der Menschenrechte.

Ablauf

5. Mai 1789 in Versailles Zusammentritt der Generalstände (Etats Généraux) als einer Finanzversammlung (Neufestsetzung der Steuern zur Verhütung des Staatsbankrotts); sie setzte sich zusammen aus je 300 Abgeordneten des Adels und der Geistlichkeit und aus 600 Abgeordneten des dritten Standes (Bürgertum); der 3. Stand forderte Abstimmung nach Köpfen, nicht nach Ständen; infolge der ablehnenden Haltung der privilegierten Stände (Adel und Klerus) konstituierten sich am 17. Juni die Vertreter des 3. Standes auf Antrag von Sieyes unter Führung Mirabeaus zur verfassunggebenden Nationalversammlung (Assemblée nationale constituante), der die beiden anderen Stände beitraten, und gingen an die Ausarbeitung einer großbürgerlich-liberalen Verfassung; 20. Juni Ballhausschwur und revolutionäres Eingreifen der Straße: 14. Juli Sturm auf die Bastille (der 14. Juli wird später französischer Nationalfeiertag); 4. August Verzicht des Adels auf seine Privilegien (Abschaffung des Feudalsystems); 27. August Erklärung der Menschenrechte; unter dem Druck der Massen Übersiedlung des Königs von Versailles nach Paris; doch blieb Frankreich noch Monarchie. 2. Dezember Einziehung der Kirchengüter zur Deckung der Staatsschulden.

12. Juli 1790 Zivilkonstitution des Klerus (Verfassungseid der Priester); Einziehung der königlichen und Emigrantengüter als Deckungsgrundlage für das Papiergeld (Assignaten); Beginn des Kulturkampfes; Abschaffung des Adels.

1791: Stellung der Monarchie nach dem Tod Mirabeaus und der missglückten Flucht Ludwigs XVI. (20. Juni 1791) trotz Schwur auf die Verfassung (14. September) hoffnungslos; Linksrutsch bei den Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung (Assemblée legislative), die am 29. September zusammentrat, führende Gruppe die republikanischen Girondisten. Intervention des alten Europa zugunsten der Emigranten und des Königs, der darauf im April 1792 von der (gemäßigten) Gironde zur Kriegserklärung gezwungen wurde (1. Koalitionskrieg). Radikalisierung durch Bergpartei (Marat, Danton, Robespierre); Dekrete gegen Emigranten und Eid verweigernde Priester; militärische Niederlagen, darauf Sturm auf die Tuilerien und Gefangensetzung der königlichen Familie im Temple; Beginn der Schreckensherrschaft des Pöbels (Septembermorde) unter Führung der jakobinischen Terroristen, die den neu gewählten, am 20. September eröffneten Nationalkonvent beherrschten; 21. September Abschaffung des Königtums, Frankreich wurde die "eine und unteilbare Republik" (1. Republik).

Januar 1793 Prozess gegen "Louis Capet" (den König) und Hinrichtung (21. 1.); royalistische und girondistische Aufstände, schwerste Wirtschaftskrise durch Inflation (Assignatensturz); Sieg der Radikalen. April: Die neue Verfassung (Errichtung des Wohlfahrtsausschusses) mündete in die Diktatur, verkörpert durch Danton, nach seinem Sturz durch den doktrinären Robespierre; militärische Katastrophe Anlass zur Steigerung des Terrors gegen alle "Feinde der Freiheit und der Republik" und zur "Levée en masse", organisiert von Carnot; nationaler Existenzkampf, aus der Abwehr Übergang zum Vormarsch an allen Fronten: "Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Versöhnung des Volkes"; Marseillaise und Trikolore; durch militärische Entlastung Voraussetzung für Jakobinerterror entfallen. 1794 Hinrichtung Dantons (5. April); Sturz und Hinrichtung Robespierres (28. Juli); Ablösung des "roten Schreckens" durch den "weißen Schrecken".

1795: 21. Mai Jakobineraufstand niedergeworfen, 22. August 3. Verfassung, 26. Oktober Auflösung des Konvents; 31. Oktober Übernahme der Regierung durch das fünfköpfige Direktorium (Directoire), gestützt vom Ruhe- und Sicherheitsbedürfnis des wohlhabenden Bürgertums; Beschluss der Revolution durch ihren siegreichen General: 18. Brumaire (9. November ; Kalender) 1799 Staatsstreich Napoleon Bonapartes, der als Erster Konsul die Macht an sich riss.

Ergebnis und Auswirkung

Zusammenbruch des Ancien Régime (Absolutismus, Feudalismus), Vorherrschaft der liberalen und demokratischen Prinzipien, die im modernen Rechts- und Verfassungsstaat verwirklicht wurden (Schutz des Individuums vor der Staatsallmacht, parlamentarische Kontrolle der Regierung, Wandlung des Untertanen zum Staatsbürger), Erstarken des republikanischen Gedankens und des "Antiklerikalismus" (Trennung von Staat und Kirche), Ende der Sozial- und Wirtschaftsordnung des Mittelalters; Ablösung des Ständewesens durch die Klassengesellschaft, Bauernbefreiung, Handels- und Gewerbefreiheit als Voraussetzung für Industrialisierung und Kapitalismus; eigentlicher Sieger der Französischen Revolution: der "Dritte Stand" (die "Bourgeoisie").

Weblinks

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