Paul Ehrlich

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    deutscher Mediziner; * 14. März 1854 in Strehlen bei Schweidnitz, † 20. August 1915 in Bad Homburg

    Nach einem Studium der Medizin in Breslau, dann in Straßburg und Freiburg, war Ehrlich 1878 bis 1887 Assistent bei den Internisten Frerichs und Gerhard in Berlin. Seit 1890 war er Mitarbeiter Robert Kochs am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

    Seine Studien zur Bluthistologie verschafften der Hämatologie, der Wissenschaft vom Blut, eine feste Grundlage. Er entdeckte die Möglichkeit der Immunisierung gegen Pflanzengifte (Ricin, Abrin) und wies nach, dass diese Immunität auf der Bildung spezifischer, also gerade nur gegen die betreffende Art wirksamer Antitoxine (Gegengifte) beruht. Mit dem Prinzip der quantitativen Immunitätssteigerung bereitete er den Boden für die Herstellung eines hochwertigen Serums in vielen spezifischen Formen. Das von ihm geleitete Institut für experimentelle Therapie wurde 1899 nach Frankfurt verlegt, wo er unter Anlegung Tausender von Archivstücken besonders das Studium der Hämolyse (Blutzerstörung) betrieb.

    Von 1902 an widmete sich Ehrlich auch der Erforschung von Geschwülsten und hat neben vielen wichtigen Einzelbeobachtungen, etwa zur Entwicklung von Sarkomen aus Karzinomen, die Theorie der "atreptischen Immunität" in die Wissenschaft eingeführt. Von da aus ging er zur Chemotherapie über, der Behandlung von Infektionskrankheiten mit chemischen Substanzen, die Krankheitserreger in ihrem Wachstum hemmen oder sie abtöten, ohne den Wirtsorganismus zu schädigen.

    Zwei Jahre nachdem er 1908 gemeinsam mit dem Russen Ilja Metschnikoff "als Anerkennung ihrer Arbeiten über die Immunität" den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhalten hatte, entwickelte Ehrlich mit dem Japaner S. Hata das Syphilis-Heilmittel Salvarsan.

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