Paul Cézanne

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    französischer Maler; * 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence, † 22. Oktober 1906 in Aix-en-Provence

    Cézanne ist der bedeutendste Vertreter der nachimpressionistischen Kunst und neben van Gogh einer der Wegbereiter der modernen Malerei (moderne Kunst).


    Lebensstationen

    Cézannes Vater, der als Bankier arbeitete, weigerte sich zunächst, seinem Sohn die künstlerische Laufbahn zu ermöglichen. Parallel zur Ausbildung an der Kunstschule von Aix studierte Cézanne deshalb für einige Jahre Jura.

    1861 ging er nach Paris, wo er sich autodidaktisch am Studium der Barockmaler, an Delacroix und Daumier bildete; seine Aufnahme an die École des Beaux-Arts wurde abgelehnt. Cézannes Jugendfreund Émile Zola machte ihn 1862 mit den Impressionisten bekannt, von denen ihn namentlich Pissarro beeinflusste, der ihn 1873 nach Auvers-sur-Oise mitnahm und in die Freilichtmalerei einführte. Cézanne stellte auch Gemälde in der ersten Impressionisten-Ausstellung im Jahr 1874 aus.

    1879 kehrte Cézanne in seine Vaterstadt zurück, wo er mit wenigen Unterbrechungen dauernd blieb und in völliger Zurückgezogenheit und ohne Verbindung zum Pariser Kunstleben arbeitete. Nach seiner letzten Ausstellung 1877 gelangten zwei Jahrzehnte lang keine Bilder mehr an die Öffentlichkeit. Im Jahr 1886 überwarf sich der Maler mit seinem langjährigen Freund Zola, da er dessen Novelle "L'Oeuvre", die von einem gescheiterten Künstler handelt, als persönliche Kritik auffasste.

    Auf Drängen seiner Malerkollegen in Paris stellte Cézanne 1895 Gemälde für eine Ausstellung zur Verfügung. Das öffentliche Interesse war groß, und in den folgenden Jahren stellte er immer wieder im Salon des Indépendants aus.

    Künstlerisches Werk

    Cézanne begann mit einer romantisch-barocken Dunkelmalerei (Hauptwerk dieser Epoche: "Die Entführung", 1865). Unter dem Einfluss Pissarros erfolgte die Aufhellung seiner Palette; er wandte sich dem atmosphärischen Freilicht zu.

    Zurückgekehrt nach Aix, entwickelte Cézanne seinen eigenen Stil: Er erstrebte eine rhythmisch gegliederte Verfestigung der Bildkomposition. Die Naturformen führte er auf einfache geometrische Grundelemente zurück, die Farbe wurde für Cézanne dabei zum Hauptmittel der Komposition: Nicht Zeichnung oder Licht und Schatten schaffen in seinen Gemälden den Bildaufbau, sondern die fein gegeneinander abgestimmten Farbwerte.

    Alle Richtungen der modernen gegenständlichen Kunst wie Fauvismus, Kubismus, Neoklassik u.a. haben Cézanne Anregungen zu verdanken.

    Werke: "Die Entführung" (1865, London, Sammlung J. Maynard Keynes); "Die Versuchung des heiligen Antonius" (Paris, Louvre); "Das Haus der Gehenkten"; "Das Haus des Doktor Gachet" (beide 1873, Paris, Louvre); "Mont Sainte-Victoire" (mehrere Fassungen, unter anderem 1883, New York, Metropolitan Museum, 1885-87, Washington, D. Phillips Memorial Gallery; 1904, Philadelphia, Museum of Art); "Die Bucht von l'Estaque" (1886, Chicago, Art Institute), "Die blaue Vase" (1885-87); "Stillleben mit Apfelkorb" (1890-94, Chicago, Art Institute), "Badende" (1890-94, Louvre, 1900-05, Chicago, Art Institute) u.a.


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