Myanmar

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

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    Tempel in Pagan

    Myanmar (amtlich: Pye Tawngsu Myanma Naingngan) hieß bis 1989 Birma, benannt nach der größten Volksgruppe des Landes, den Birmanen. Das Land liegt in Südostasien und ist mit einer Fläche von 676 578 km² hinter Indonesien das zweitgrößte Land dieser Region (knapp doppelt so groß wie Deutschland). Myanmar grenzt im Süden an den Indischen Ozean, im Westen an Bangladesch und Indien, im Norden an die Volksrepublik China, im Osten an Laos und Thailand.

    Im Süden des Landes hat Myanmar durch ein etwa 80 km breites Gebiet (Tenasserim) Anteil an der Halbinsel Malakka. Dieser Teil des Landes ist gebirgig, es werden Höhen bis über 2 000 m erreicht. Vor der Küste liegt das Mergui-Archipel mit mehr als 800 Inseln.

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    Buddhistisches Heiligtum Pindaya Caves, Myanmar

    Im Westen Myanmars bilden Gebirge eine Landschaftsgrenze zum indischen Subkontinent, das Patkai-Gebirge (Pahkaing Bum) steigt bis auf 3 800 m an, der Gebirgszug des Arakan Yoma bis knapp 3 000 m. Im äußersten Norden des Landes geht das Patkai-Gebirge über in die Randgebirge des östlichen Himalaja, hier erhebt sich der Hkakabo Razi, der mit 5 881 m der höchste Berg Myanmars ist. Den Osten des Landes nimmt das verkarstete Shan-Hochland ein, das durchschnittlich rund 1 000 m über dem Meeresspiegel liegt.

    Zwischen diesem Hochland im Osten und den Gebirgszügen im Westen liegt die fruchtbare Ebene des Irawadi-Beckens, das an die 160 km breit ist und eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 1 100 km hat. Der Irawadi ist mit einer Länge von rund 2 000 km der längste Fluss Myanmars und bildet an seiner Mündung in den Indischen Ozean im Süden ein rund 47 000 km² großes Delta. Die Hauptstadt Myanmars, Yangon (Rangun), liegt im südlichen Teil des Landes.

    Klima

    Das Klima in Myanmar ist tropisch und wird durch die Monsunwinde bestimmt. Zwischen November und Februar bringt der Nordwestmonsun trockene Luftmassen aus Innerasien heran, die Durchschnittstemperaturen im Land betragen zwischen 20 °C und 25 °C. Die Monate März und April bilden eine Übergangszeit mit noch wenig Niederschlägen, aber deutlich steigenden Temperaturen (30 °C). Zwischen Mai und Oktober führt der Südwestmonsun zu großen Niederschlagsmengen (bis zu 5 000 mm im Arakan-Gebirge) und sehr hoher Luftfeuchtigkeit, wobei die Niederschlagsmenge regional sehr unterschiedlich ist. Im Landesinneren ist sie deutlich niedriger (400 bis 10 000 mm), im Ostteil des Landes (Shan-Hochland) liegt sie bei ca. 1 500 bis 2 000 mm. Die Temperaturen in der Regenzeit liegen im Landesdurchschnitt bei ca. 30 °C. Am Ende der Regenzeit gibt es eine weitere Übergangsphase mit hohen Temperaturen, aber nachlassenden Niederschlägen.

    Flora und Fauna

    Über 50 % der Landesfläche Myanmars sind bewaldet. Immergrüne Regenwälder bedecken große Teile der Gebirge im Westen des Landes, neben Teakbäumen wächst vor allem Bambus. Im Hochland von Shan im Osten des Landes und im Norden sind überwiegend Kiefern und Eichen zu finden. Im Irawadi-Becken im zentralen Teil des Landes herrscht Trockenwald und Dornstrauchsavanne vor.

    Die dichten Wälder bieten für zahlreiche Tierarten einen geeigneten Lebensraum, wobei einige von ihnen als vom Aussterben bedroht gelten (z.B. Großfleck-Zibetkatze). An größeren Säugetieren finden sich unter anderem Panther, Bären, wilde Wasserbüffel, Rhinozerosse und verschiedene Affenarten wie z.B. Schopflangur und Schweinsaffe. Weiter kommen Katzenbären (Kleiner Panda), Linsang und Tapire (Schabrackentapir) vor. In den Mangrovengebieten an der Küste leben zahlreiche Krokodile.

    Bevölkerung

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    Bhurmesischer Junge mit Mönchsgewand

    Rund 49,91 Millionen Menschen leben in Myanmar, ein Großteil davon im zentralen Tiefland, nur knapp über ein Viertel in den Städten. Einzige Millionenmetropole ist die Hauptstadt Yangon (Rangun) mit etwa 4,47 Millionen Einwohnern, nächstgrößte Städte sind Mandalay mit rund 900 000 und Moulmein (Mawlamyine) mit über 220 000 Einwohnern.

    In Myanmar leben rund 70 verschiedene Volksgruppen. Größte Gruppe mit einem Anteil von rund 68 % sind die Birmanen, die mit den Tibetern verwandt sind. Nächstgrößte Gruppe sind die Shan mit rund 9 %, die zu den Thaivölkern gehören und vor allem den Nordosten und Osten des Landes bewohnen. Weitere Volksgruppen sind die Karen (7 %), die überwiegend in den Grenzgebieten zu Thailand leben und seit Jahrzehnten eine Autonomie ihrer Gebiete anstreben, Rakhine (Rohingya), Mon und Kachin.

    Rund 89 % der Bevölkerung gehören dem Buddhismus an (vor allem Birmanen), unter den Karen gibt es eine bedeutende Minderheit an Christen. Zu den rund 4 % Moslems im Land gehören vor allem die Rakhine, während die Bewohner der nördlichen Bergregionen überwiegend Anhänger von Naturreligionen sind.

    Die Amtssprache ist Birmanisch, Englisch ist als Handelssprache von Bedeutung. Die geschätzte Alphabetisierungsquote gilt mit rund 85 % im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern als hoch, die vielen buddhistischen Klosterschulen ermöglichen den Anhängern dieser Religion eine Grundausbildung. Doch die politische Situation führt dazu, dass die Universitäten nur noch teilweise geöffnet sind und Teile der gebildeten Bevölkerung das Land verlassen haben. Durch den langwierigen Bürgerkrieg in Myanmar ist auch das früher sehr gut ausgebildete Gesundheitssystem vor allem in den ländlichen Gebieten nur noch mangelhaft: Viele Kinder sind unterernährt, die Säuglingssterblichkeit liegt bei 7 %, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 62 Jahre. Die Bevölkerung wächst daher nur um 0,8 % pro Jahr.

    Politisches System

    Die Verfassung von 1974 wurde 1988 außer Kraft gesetzt; ein Verfassungskonvent löste sich 1996 auf und wurde 2004 - unter Ausschluss der Oppositionsparteien - wieder eingesetzt.

    Exekutive und Legislative liegen beim "State Peace and Development Council" (SPDC/Staatsrat für Frieden und Entwicklung). Er entspricht der Militärjunta unter der Führung des Staatspräsidenten (seit 1992 General Than Shwe). Der (Interims-)Ministerpräsident ist seit 2004 Thein Sein. Die 1990 gewählte Nationalversammlung (mit 485 Abgeordneten) wurde nie einberufen; insgesamt sind noch zehn Parteien zugelassen, die aber wenig politische Bedeutung besitzen. Die Judikative ist in Myanmar nicht unabhängig.

    Myanmar ist in sieben Unionsstaaten (pyi ne-myar) und sieben weitere Provinzen (taing-myar) aufgeteilt.

    Wirtschaft

    Myanmar gehörte bis Anfang der 1960er Jahre hinein zu den wohlhabendsten asiatischen Ländern. Durch die sozialistische Planwirtschaft erlitt die Wirtschaft jedoch schwere Einbrüche. Ende der 1980er Jahre wurden erste Maßnahmen hin zu einer freien Marktwirtschaft ergriffen, wie z.B. die Reprivatisierung von Staatsbetrieben. Nach kurzfristig hohen Wachstumsraten von bis zu 7 % brach die Wirtschaft in den letzten Jahren erneut ein (reales Wachstum im Jahr 2006 bei 3 %). Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beläuft sich auf rund 260 US-Dollar. Gründe hierfür sind der schwerfällige und korrupte Verwaltungsapparat und die hohen Ausgaben für die Armee: Obwohl Myanmar außenpolitisch neutral ist, unterhält die Regierung eine rund 400 000 Mann starke, hoch gerüstete Armee, die überwiegend gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wird. Außerdem schwächten die US-amerikanischen Wirtschaftssanktionen und der ausgeprägte Schwarzhandel mit Drogen, Edelholz und Edelsteinen die burmesische Ökonomie.

    Bedeutendster Sektor der Wirtschaft ist nach wie vor die Landwirtschaft, die 55 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Viele der Betriebe sind genossenschaftlich organisiert. Zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs der Bevölkerung werden vor allem Reis, Zuckerrohr, Hülsenfrüchte und Hirse angebaut. Neben Reis als nach wie vor wichtigstem Exportprodukt (Birma war bis 1945 weltweit größter Reisexporteur) werden Erdnüsse, Jute und Baumwolle für den Export angebaut. In Myanmar wird auch Mohn kultiviert, das Ausgangsprodukt für Opium und Heroin. Schwerpunkt ist das so genannte Goldene Dreieck im Grenzraum zu Laos und Thailand. In der Forstwirtschaft ist der Export von Teakholz bedeutend. Viehzucht ist aufgrund des vorherrschenden Glaubens (Buddhismus) so gut wie ohne Bedeutung.

    Nur ein Teil der Bodenschätze wird abgebaut, gefördert werden neben Blei und Zink vor allem Edelsteine (Saphire, Rubine, Jade) für die Schmuckherstellung. Erz- und Erdöl-Lagerstätten sind bekannt. Im nur schwach entwickelten industriellen Bereich sind etwa 10 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Nahrungs- und Textilindustrie sind vorherrschend, im Bereich der Hauptstadt Yangon (Rangon) gibt es auch chemische bzw. petrochemische Industrie.

    Die wenigen offiziellen Exporte (Kleidung, Holzprodukte, Fisch und Reis) werden nach Thailand, Indien und China geliefert. Die benötigten Maschinen, Konsumgüter, Fahrzeuge, Baumaterialien und Lebensmittel stammen aus China, Singapur und Thailand. Einnahmen aus dem Tourismusbereich spielen eine untergeordnete Rolle; die Verschuldung im Ausland beläuft sich auf 6,63 Milliarden US-Dollar.

    Währung ist der Kyat.

    Myanmar

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    Pye Tawngsu Myanma Naingngan
    Amtssprache Birmanisch
    Hauptstadt Yangon
    Staatsform Militärjunta
    Fläche 676.578 km²
    Einwohner 49.910.000
    Währung Kyat
    Zeitzone UTC +6,5
    KFZ-Kennzeichen MYA
    Internet-TLD .mm
    Telefonvorwahl 0095

    KALENDERBLATT - 29. November

    1773 Die nordamerikanische patriotische Geheimorganisation "Söhne der Freiheit" bekräftigt den Boykott britischer Tee-Lieferungen.
    1791 Die Französische Nationalversammlung verabschiedet ein neues Gesetz gegen französische Priester, die den Eid auf die neue Verfassung verweigern.
    1812 Napoleons Grande Armée überschreitet beim Rückzug aus Moskau unter großen Verlusten die Beresina.



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