Mauretanien

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    Geografie

    Die Islamische Republik Mauretanien (französisch Mauritanie, amtlich arabisch Al-Djumhuriyya al-Islamiyya al-Mawritaniyya) liegt in Westafrika und hat eine Fläche von 1 030 700 km². Damit ist das Land fast dreimal so groß wie Deutschland. Mit einer 754 km langen Küste grenzt Mauretanien im Westen an den Atlantischen Ozean. Mit vier Ländern hat die Republik unmittelbare Grenzen: Westsahara im Nordwesten, Algerien im Nordosten, Mali im Osten und Südosten und Senegal im Süden.

    Etwa zwei Drittel der Landesfläche werden von Wüsten eingenommen. In der Wüste Sahara können Geröllwüsten (hamitisch "Reg") und Sandwüsten, die nördlich des 18. Breitengrades auch Wanderdünen aufweisen, unterschieden werden. Im Süden schließt sich die Sahelzone an. Von den großen Dünengebieten und einer Beckenlandschaft im zentralen Osten schließen sich nach Westen große Plateaus an, die steil zur Küstenebene abfallen. Die höchste Erhebung Mauretaniens bildet der Kedia Idjil mit einer Höhe von 915 m, der an der Grenze zu Westsahara liegt.

    Einziger bedeutender Fluss des Landes ist der Senegal, der gleichzeitig die Grenze zum südlichen Nachbarland Senegal bildet. Der Senegal entsteht in Mali aus der Vereinigung der Flüsse Bafing und Bakoy und mündet bei Saint-Louis in den Atlantik. Gemeinsam mit einem der zwei Quellflüsse, dem Bafing, der in Guinea entspringt, ist er 1 430 km lang und ab dem senegalesischen Podor im Landesinneren das ganze Jahr schiffbar. An seinem Lauf befinden sich die fruchtbaren Schwemmregionen des Landes. Der restliche Teil des Landes ist von tief eingeschnittenen Wadis gekennzeichnet, die die Hochebenen durchziehen. Die seltenen Regenfälle, die über die Wadis abgeleitet werden, sammeln sich in einigen wenigen Seen, in den Einöden im Norden und Osten dagegen fällt zu selten Regen, um solche Wasserstellen zu bilden.

    Klima

    Das Land weist in den meisten Regionen trockenes Wüstenklima auf. Eine Ausnahme bildet der küstennahe Süden, wo Winde, die vom Golf von Guinea her wehen, Regenfälle von bis zu jährlich 300 mm verursachen. Ebenfalls in der Küstenregion sind die Temperaturen durch die kühleren Wasserflächen und den Kanarenstrom etwas niedriger als im Landesinneren. In Nouakchott, der Hauptstadt am Meer, betragen sie im Juli durchschnittlich 28 °C, im Januar 21 °C. In der Winterzeit herrscht oftmals über Wochen ein unangenehmer trocken-heißer Wüstenwind aus Nordost, der Harmattan.

    Flora und Fauna

    Die Vegetation Mauretaniens ist in den Überschwemmungssavannen am Lauf des Senegal und entlang der Küsten am fruchtbarsten. Das grasige Savannenland am Fluss weist Weinpalmen, Affenbrotbäume und Dumpalmen auf. Das Fruchtfleisch der kugeligen Steinfrüchte der Dumpalme ist essbar. Nach Norden zu geht die Vegetation im Landesinneren in eine schmale Zwischenzone über, die Sahelzone. Sahel (arabisch für Ufer) kennzeichnet die südlichen Grenzbereiche der Wüste Sahara. Die geringen Niederschläge lassen nur eine sehr spärliche Vegetation zu, die aus wenigen niedrigen Bäumen, Akazien und anderen hitzeresistenten Buscharten besteht. Weiter nördlich folgt erst Dornstrauchsavanne, dann beginnen die Sand- und Geröllwüsten der Sahara. In den Wüsten finden sich Oasen, in denen unter anderem Dattelpalmen wachsen.

    Die Savannenregionen Mauretaniens werden von Antilopen und Löwen bewohnt. Ebenfalls sind im südlichen Landesteil frei lebende Elefanten anzutreffen, die sich an die wüstenähnlichen Verhältnisse angepasst haben. Aber auch Gazellen, Panther, Hyänen, Warzenschweine und Luchse leben im Süden. In den wenigen Wasserstellen sind Krokodile heimisch.

    Bevölkerung

    Mauretanien hat rund 3,09 Millionen Einwohner und ist damit sehr dünn besiedelt. Größte Stadt ist die Hauptstadt Nouakchott an der Atlantikküste mit rund 650 000 Einwohnern. Mehr als 75 % der Bevölkerung leben im Flusstal des Senegal, etwa ein Viertel sind Nomaden. Ethnisch teilt sich die mauretanische Bevölkerung in hell- und dunkelhäutige Mauren sowie Schwarze; jede dieser drei Gruppen hat etwa denselben Anteil am Volk des Wüstenstaates. Die Mauren sprechen zumeist einen arabischen Dialekt namens Hassania, der den Großteil seiner Grammatik aus dem Arabischen gewonnen hat und sein Vokabular zu gleichen Teilen aus dem arabischen und dem berberischen Wortschatz bezieht. Die Schriftsprache Arabisch wird nur von einem kleinen Teil der Menschen beherrscht; fast 60 % der Gesamtbevölkerung sind Analphabeten. Die übrige Bevölkerung unterteilt sich in Wolof (an der Küste im Südwesten), Tukulor (im Flusstal des Senegal), Soninke (im äußersten Süden), Fulani (über den ganzen Süden verteilt) und andere kleinere Bevölkerungsgruppen. Fulani und Tukulor sprechen Fulfulde, einen Fulbedialekt, die anderen Ethnien haben ihre eigenen Sprachen erhalten. Nationalsprachen sind Arabisch, Pular, Soninke und Wolof, Arbeitssprache jedoch ist überwiegend Französisch. Bis auf eine sehr kleine Minderheit, die hauptsächlich aus Franzosen und Spaniern besteht, ist die gesamte Bevölkerung moslemischen Glaubens.

    Die Wachstumsrate ist wie in den meisten afrikanischen Staaten hoch (2,9 %); jede Frau bringt im Schnitt sechs Kinder zur Welt. Die hohe Kindersterblichkeit von 7 % ist auf die zahlreichen, weit verbreiteten Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Malaria und Meningitis zurückzuführen. Dementsprechend liegt die Lebenserwartung in Mauretanien nur bei 53 Jahren.

    Politisches System

    Am 3. August 2005 fand ein Militärputsch statt, der die Absetzung des Präsidenten Taya zur Folge hatte. Premierminister seit 2006 ist ein Ould Zeidane. Sidi Ould Cheikh Abdallahi wurde 2007 zum neuen Präsidenten gewählt.

    Das Parlament der Islamischen Republik Mauretanien besteht aus zwei Kammern: der Nationalversammlung und dem Senat. Die Nationalversammlung (Majlis al-Watani) zählt 95 Abgeordnete, die in allgemeiner direkter Wahl für fünf Jahre gewählt werden; ein Fünftel der Sitze ist für Frauen reserviert. Die ersten (offenbar korrekt durchgeführten) Wahlen nach dem Militärputsch fanden im November 2006 statt. Der Senat (Majlis al-Shuyukh) hat 56 Senatoren, von denen 53 in den Verwaltungsbezirken von Gemeinderäten indirekt gewählt werden. Ein Senator ist Vertreter der Mauretanier in der arabischen Welt, je ein Senator vertritt Mauretanier, die in Afrika südlich der Sahara und in der übrigen Welt wohnen. Jeweils ein Drittel des Senats wird im Zweijahresturnus für jeweils sechs Jahre gewählt.

    Wichtigste Partei des Landes ist die Republikanisch-Demokratische und Soziale Partei (PRDS). Daneben gehören die Union der Demokratischen Kräfte Neue Ära (UFD-EN) sowie radikal-islamische und ethnisch orientierte Untergrundorganisationen zu den bedeutendsten politischen Gruppierungen. Regierungschef ist Zein Ould Zeidane. Im März 2007 wurde Sidi Ould Cheikh Abdallahi zum Präsidenten gewählt. Mauretanien gehört der Organisation für Afrikanische Einheit/OUA und der Arabischen Liga an und hat ein Assoziierungsabkomen mit der Europäischen Union unterzeichnet (AKP-EU Lomé).

    Das Land ist in 12 Regionen und den Hauptstadtdistrikt unterteilt, die jeweils einen Gouverneur an der Spitze haben. Zudem gibt es 53 Bezirke, die von einem Präfekten regiert werden, sowie 216 Kommunen mit einem gewählten Bürgermeister.

    Wirtschaft

    Mauretanien gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds sollen die Wirtschaftsstrukturen in Richtung Marktwirtschaft und Privatisierung ausgerichtet werden. Bisher leben 40 % der Bevölkerung unterhalb des Armutsgrenze; die Arbeitslosenrate ist mit 20 % hoch, die Auslandsverschuldung beträgt trotz Schuldenerlasses durch die Industriestaaten noch 2,5 Milliarden US-Dollar. Das Wirtschaftswachstum beträgt etwa 3 %.

    Etwa die Hälfte der Mauretanier lebt in traditioneller bäuerlicher Lebensweise. In der Region am Fluss Senegal als sesshafte Bauern, im Norden als nomadisierende Viehzüchter, erwirtschaften die Mauretanier primär Güter für den Eigenbedarf, wobei Getreide zusätzlich importiert werden muss. Schafe und Ziegen werden hauptsächlich im Norden gezüchtet, Kamele auch im Zentrum des Landes, speziell in der Adrar-Region. Die Bauern bauen insbesondere im Überschwemmungsgebiet des Senegal Reis, Hirse, Mais, Kartoffeln, Erdnüsse und Gemüse an. In den Oasen werden Dattelpalmen gezüchtet und Gummiarabikum gewonnen. Einen wichtigen Anteil an der Binnenwirtschaft hat der Fischfang, der auf reiche Fischgründe in der 200-Seemeilen-Zone zurückgreifen kann. Ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts wird in der Landwirtschaft erwirtschaftet, 29 % stammen aus dem Industriesektor. Hier dominieren Lebensmittel und Eisenerz verarbeitende Betriebe.

    Die bedeutendsten Importgüter sind Nahrungsmittel, Industrie- und Konsumgüter sowie Maschinen und Fahrzeuge. Exportiert werden Fisch und Fischereiprodukte sowie Eisenerz. Insbesondere der Abbau von Eisenerz - hier ist Mauretanien drittgrößter afrikanischer Produzent - ist von besonderer Bedeutung, da sein Verkauf 50 % der Exporterlöse ausmacht. Die bekannten Erdölvorkommen konnten bisher noch nicht erschlossen werden. Wichtigster Handelspartner im Import ist auch nach der Unabhängigkeit Frankreich, gefolgt von den USA und China. Die Exporte fließen mittlerweile vor allem nach Japan.

    Die wichtigsten Küstenhäfen und die internationalen Flughäfen liegen in Nouadhibou (bis 1969 Port Étienne) und Nouakchott, das wenige Kilometer vom Atlantik entfernt in der Sahara liegt. Die Infrastruktur ist noch wenig ausgebaut; von den 10 300 Straßenkilometern sind nur knapp 1 000 befestigt.

    Währung ist der mauretanische Ouguiya (= 5 Khoums).

    Islamische Republik Mauretanien

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    Mauritanie, Al-Djumhuriyya al-Islamiyya al-Mawritaniyya
    Amtssprache Arabisch, Pular, Soninke, Wolof
    Hauptstadt Nouakchott
    Staatsform Präsidialrepublik
    Fläche 1.030.700 km²
    Einwohner 3.090.000
    Währung Ouguiya
    Zeitzone UTC
    KFZ-Kennzeichen RIM
    Internet-TLD .mr
    Telefonvorwahl 00222

    KALENDERBLATT - 20. August

    1944 Dr. Carl Goerdeler, das zivile Haupt der Verschwörer vom 20. Juli 1944 (Zwanzigster Juli), wird festgenommen. Auf seinen Kopf waren eine Million Reichsmark als Belohnung ausgesetzt.
    1955 In Genf endet die erste Atomkonferenz, an der 1 200 Wissenschaftler aus 72 Ländern teilgenommen haben.
    1968 Die UdSSR lässt Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei einmarschieren und beendet so den Prager Frühling.



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