Lesotho

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    Geografie

    Das Königreich Lesotho liegt im Süden des afrikanischen Kontinents und ist mit einer Fläche von 30 355 km² etwa so groß wie Belgien. Das Land liegt als Enklave inmitten der Republik Südafrika.

    Der Großteil Lesothos wird durch ein Hochplateau eingenommen, das durchschnittlich 2 000 bis 3 000 m über dem Meeresspiegel liegt und von mehreren Bergketten durchzogen wird (Maloti Mountains, Thaba, Putsoa Range, Central Range). In Richtung Osten steigt das Land an zu den Drakensbergen, die den südöstlichen Abschnitt der großen Randstufe Südafrikas darstellen. Hier liegt die höchste Erhebung des Landes, der Thabana Ntlenyana mit 3 482 m, der gleichzeitig den höchsten Punkt im Süden Afrikas darstellt.

    Im Nordwesten Lesothos bildet der Fluss Caledon die Grenze zu Südafrika, hier erstreckt sich ein hügeliger, zwischen 30 und 40 km breiter Landstreifen (Vorland, "Lowlands"), der zwischen 1 200 und 2 000 m hoch ist und das wichtigste Siedlungs- und Anbaugebiet des Landes darstellt. Hier liegt auch die Hauptstadt Maseru.

    Der längste Fluss Lesothos ist der Oranje, der im nordöstlichen Grenzgebiet entspringt und in südwestlicher Richtung auf einer Länge von 350 km das Land durchfließt (Gesamtlänge 2 092 km). Der Oranje und seine Nebenarme haben bis zu 800 m tiefe canyonartige Täler in das Hochland geschnitten.

    Klima

    In Lesotho herrscht subtropisches Klima, das durch die Höhenlagen abgemildert wird. In der Hauptstadt Maseru im nordwestlichen Vorland werden im Wintermonat Juli durchschnittlich 8 °C gemessen, im Januar sind es 21 °C im Durchschnitt. Im Hochland sind die Temperaturen niedriger, hier werden im Sommermonat Januar durchschnittlich 17 °C gemessen, im Winter können die Temperaturen bis auf -12 °C sinken.

    Auf dem Hochplateau werden im Jahr bis zu 2 000 mm Niederschläge gemessen, im Vorland sind es rund 600 bis 800 mm. Hier kann es im Sommer zu Dürren kommen. Ein Großteil des Regens fällt in den Sommermonaten (Oktober bis April), oft in Form von heftigen Gewittern.

    Flora und Fauna

    Die Vegetation in Lesotho ist geprägt durch offene Grasländer und Bergweiden mit niedrigen Sträuchern. Im Hochland kommen Torfmoore vor. Bäume treten nur vereinzelt im Vorland auf (Ölbäume), kleinere Wäldchen (Eukalypten) sind das Ergebnis von Aufforstungsmaßnahmen.

    Die Tierwelt Lesothos ist durch intensive Bejagung in ihren Beständen stark reduziert worden. Vielfältig ist die Tierwelt nur noch im einzigen Schutzgebiet des Landes, dem Sehlabathebe-Nationalpark in den Drakensbergen (6 800 Hektar). Hier leben größere Bestände an Antilopen, Pavianen und Schakalen. Größere Säugetiere wie Löwen oder Zebras kommen nicht mehr vor.

    Bevölkerung

    Im Königreich Lesotho leben insgesamt rund 1,87 Millionen Menschen, die Bevölkerungsdichte liegt bei durchschnittlich 62 Einwohnern pro Quadratkilometer, wobei rund drei Viertel der Landesfläche nicht bewohnbar sind. 70 % der Gesamtbevölkerung lebt im Vorland, der Verstädterungsgrad ist mit etwa 29 % gering. Die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt ist die Hauptstadt Maseru, in deren Großraum rund 477 500 Menschen (Stadtgebiet: rund 150 000) leben. Weitere große Städte sind Teyateyaneng (ca. 50 000 Einwohner) und Mafeteng (21 000).

    Ein Großteil der Bevölkerung gehört der Volksgruppe der Süd-Sotho an, einem Bantustamm. Außerdem leben ca. 3 000 Europäer und Asiaten im Land. Sesotho und Englisch sind offizielle Amtssprachen. Über 90 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, davon sind etwa 50 % Protestanten, knapp 40 % Katholiken. Anhänger von Naturreligionen machen etwa 20 % der Bevölkerung aus.

    Das Bevölkerungswachstum liegt bei knapp 0,1 % aufgrund der extem hohen und weiterhin steigenden Infektionsrate der Bevölkerung mit Aids. Schätzungen gehen davon aus, dass fast 30 % der Bevölkerung den HI-Virus in sich tragen; entsprechend sinkt die Lebenserwartung weiter ab und beträgt heute nur noch durchschnittlich 37 Jahre. Rund 85 % der Bevölkerung Lesothos können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Lesotho ist eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der Monarch (seit März 1996 König Letsie III.), der überwiegend repräsentative Aufgaben wahrnimmt. Die Exekutivgewalt liegt beim Ministerkabinett unter Führung des Ministerpräsidenten (seit Mai 1998 Bethuel Pakalitha Mosisili). Der Premier wird nicht gewählt, sondern ist stets der Vorsitzende der Mehrheitspartei in der Volksversammlung.

    Das Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Unterhaus (National Assembly) mit 120 Abgeordneten, von denen 80 direkt und 40 per Verhältniswahl vom Volk für fünf Jahre bestimmt werden, und dem Senat (Senate) mit insgesamt 33 Mitgliedern (22 von ihnen Häuptlinge kraft Amtes und 11 vom König ernannt).

    Die bedeutendsten Parteien seit den Parlamentswahlen 2002 sind die regierende "Lesotho Congress for Democracy" (LCD) und die größte Oppositionspartei "Basotho National Party" (BNP).

    Lesotho ist in zehn Distrikte untergliedert.

    Wirtschaft

    Lesotho ist wirtschaftlich weitgehend von Südafrika abhängig; ein großer Teil des Bruttoinlandsproduktes stammt aus Heimatüberweisungen der nach Südafrika ausgewanderten Minenarbeiter. Eine hohe Auslandsverschuldung, Armut (knapp die Hälfte der Bevölkerung Lesothos lebt unterhalb der Armutsgrenze) und hohe Arbeitslosigkeit (geschätzte 45 %) belasten die Wirtschaft des Landes. Das Land erhält umfangreiche Wirtschaftshilfe aus dem Ausland.

    In der Landwirtschaft sind rund 85 % der Arbeitskräfte beschäftigt; der Sektor erzielt aber nur 15 % des BIP. Die meisten Agrarbetriebe dienen der Subsistenzwirtschaft. Als Ackerbauland sind weniger als 10 % der Staatsfläche geeignet. Anbauprodukte sind u.a. Mais, Hirse, Weizen und Hülsenfrüchte. Auf den Weiden des Hochplateaus wird Viehzucht betrieben. Der Bedarf der Bevölkerung an Nahrungsmitteln kann nicht gedeckt werden. Wichtiges Exportgut ist die hochwertige Merino- und Angorawolle (von Schafen bzw. Ziegen) bzw. die daraus in Kleinbetrieben produzierten Wolldecken und -teppiche; Hauptabnehmer sind die USA (95 %).

    Lesotho ist mit Ausnahme von Diamantenvorkommen arm an Bodenschätzen. Der Strombedarf wird durch Importe aus Südafrika gedeckt. In einem seit 1998 mit internationalen Krediten laufenden Projekt wird der Oranje-Fluss an mehreren Stellen gestaut bzw. umgelenkt (Katse-Staudamm, größter Staudamm Afrikas). Wasserkraftwerke sollen Lesotho von Energieimporten unabhängig machen bzw. den Export von Strom ermöglichen (Lesotho Highlands Water Project).

    Der Industrie kommt in Lesotho eine eher geringe Rolle zu. Meist in kleinen bis mittleren Betrieben werden u.a. Textilien, Wollprodukte, Schuhe und kunstgewerbliche Produkte hergestellt. Alles andere - Lebensmittel, Baumaterialien, Maschinen und Fahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Brennstoffe - müssen zu je einem Drittel aus Hongkong und Taiwan, außerdem aus China und Deutschland importiert werden.

    Der Fremdenverkehr spielt als Deviseneinnahmequelle eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft Lesothos. Vor allem Touristen aus Südafrika besuchen das Land, in dem das Glücksspiel erlaubt ist. Das Vorland im Westen Lesothos ist gut erschlossen. Von insgesamt 6 000 km Straße sind etwa 2 000 km befestigt. Die Hauptstadt verfügt über einen internationalen Flughafen.

    Währung ist der Loti; sehr wichtig ist zudem der südafrikanische Rand.

    Königreich Lesotho

    Fl lesotho.jpg Wappen lesotho.svg
    Muso oa Lesotho, Kingdom of Lesotho
    Amtssprache Sesotho, Englisch
    Hauptstadt Maseru
    Staatsform Konstitutionelle Monarchie
    Fläche 30.355 km²
    Einwohner 1.870.000
    Währung Loti
    Zeitzone UTC +2
    KFZ-Kennzeichen LS
    Internet-TLD .ls
    Telefonvorwahl 00266

    Kalenderblatt - 24. Juli

    1923 Der Friede von Lausanne revidiert den Friedensvertrag von Sèvres (10. August 1920), durch den die Türkei fast alle europäischen Gebiete an Griechenland verloren hatte.
    1929 Japan hinterlegt als letzter Unterzeichnerstaat die Ratifikationsurkunde des Kellogg-Paktes. In ihm wird der Krieg als Mittel zum Lösen internationaler Streitfälle verurteilt und die friedliche Beilegung angestrebt.
    1939 Frankreich, England und Russland unterzeichnen einen Beistandspakt, der aber schon einen Monat später durch den Hitler-Stalin-Pakt jede Wirksamkeit verliert.