Hausbau: Häufige Probleme und wie Bauherren sie am besten vermeiden

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    Angesichts der deutschen Wohnungsmarkentwicklung ist das Bauen in der Bundesrepublik teurer geworden. Doch nicht nur die Kosten sind ein verbreitetes Problem beim Hausbau. Reibungslos lässt sich der Traum vom Eigenheim in den seltensten Fällen realisieren. Zumindest auf die häufigsten Schwierigkeiten rund um den Hausbau sollten Bauherren vorbereitet sein und sie im besten Fall vermeiden.

    Eigenverschulden: Diese Schwierigkeiten beim Bauen müssen nicht sein

    Wer ein Haus baut, muss an vieles denken. Von der Finanzierungsfrage unter Berücksichtigung der Bauzinsen bis hin zur Auftragsvergabe an fähige Handwerker stehen schon vor Baubeginn zahlreiche Entscheidungen an. Werden sie nicht gut genug durchdacht, treten beim Hausbau oft Probleme auf. Laut Experten sind Bauherren an vielen davon selber schuld. Von unerwarteten Zeitverzögerungen bis hin zu hohen Zusatzzahlungen und schlechter Kommunikation lassen sich die meisten Schwierigkeiten eigentlich vermeiden.

    Wichtig ist vor allem, dass Bauherren niemals an der falschen Stelle sparen sollten. Oftmals beginnt das schon beim Verzicht auf eine ausgiebige Prüfung des geplanten Investments. Unentdeckte Zusatzkosten sind bei ungeprüften Investitionen keine Seltenheit und lassen sich durch professionellen Rat leicht umgehen. Schützen können sich Bauherren bis zu gewissem Grad außerdem vor verbreiteten Schwierigkeiten wie

    1. zu knapp bemessener Finanzierung
    2. Bauverzögerungen
    3. unvollständigen Bauverträgen
    4. Baumängeln

    Oftmals kommt es infolge dieser Probleme zu einer Kettenreaktion, die zahlreiche weitere Schwierigkeiten verursacht.

    Diese Probleme drohen bei knapp bemessener Finanzierung

    Die Höhe der Baufinanzierung bestimmt den Handlungsspielraum des Bauherrn. Sind Finanzierungen zu knapp bemessen, fehlt es beim Hausbau an Handlungsfähigkeit. Im Falle krankheitsbedingter Arbeitsausfälle ist in diesem Fall die Baufinanzierung gefährdet. Bei potenziellen Rechtsstreitigkeiten sind keine Mittel zur Konsultation eines Anwalts vorhanden und unerwartete Bauverzögerungen oder angestiegene Materialkosten stellen möglicherweise unüberwindbare Schwierigkeiten dar. Um diese Situation zu vermeiden, müssen Bauherren vorab realistische Kostenberechnungen unter Berücksichtigung der Baukosten und -nebenkosten anstellen.

    Expertentipp zur Baufinanzierung

    Für einen soliden Finanzierungsplan ist im Hinblick auf das Eigenkapital ein Anteil zwischen 20 und 30 Prozent empfehlenswert. Dasselbe gilt für die Zurückhaltung von 5.000 bis 10.000 Euro. So hat man stets Geld für unerwartete Zusatzleistungen.

    Welche Schwierigkeiten Bauverzögerungen verursachen

    Kaum etwas kommt Bauherren so teuer wie stillstehende Baustellen. Denn Zeit ist auf der Baustelle bares Geld. Außerdem geraten Häuslebauer schnell selbst in Bedrängnis, wenn es länger dauert. Im schlimmsten Fall läuft ihr Mietvertrag aus und sie müssen den geplanten Umzug in das Eigenheim verschieben, sodass ihnen erneut Mehrkosten entstehen. Zu Bauverzögerungen mit diesen Konsequenzen kommt es meist wegen schlechter Koordination oder minderwertiger Kommunikation.

    Wichtig ist, dass man beim Vertragsabschluss mit Baufirmen auf die Vereinbarung fester Bauzeiten besteht. Einen verbindlichen Zeitpunkt zur Fertigstellung der Arbeit müssen alle beteiligten Firmen nennen. Als Mindestangabe im Vertrag gilt aus gesetzlicher Sicht die Dauer der jeweiligen Baumaßnahme.

    Expertentipp zur Bauplanung

    Das Risiko für Bauverzögerungen lässt sich schon bei der Bauplanung senken. Involvierte Gewerke müssen perfekt koordiniert sein, damit sich auf der Baustelle nichts verzögert. Am besten gelingt das, wenn alle Arbeiten aus derselben Hand erledigt und von einem professionellen Bauleiter oder Architekten überwacht werden. Hier sollten Bauherren auf keinen Fall sparen.

    Diese Konsequenzen können unvollständige Bauverträge haben

    Bauverträge legen die Art und Menge der Leistungen fest, die Bauunternehmen dem Bauherrn schulden – zumindest theoretisch. In der Praxis sind entsprechende Verträge oft unvollständig oder zu wenig detailliert. Fehlt eine lückenlose Bau- sowie Leistungsbeschreibung oder ein Zahlungsplan inklusive der auf dem Baufortschritt basierenden Abschlagszahlungen, so haben Bauherren bei Vertragsbruch im schlimmsten Fall keine rechtliche Grundlage.

    So müssen sie Umstände wie Verzögerungen selbst verantworten, oder unerwartete Materialpreisanstiege bei fehlender Preisbindung aus eigener Tasche zahlen. Je detaillierter der Bauvertrag, desto weniger unvorhergesehene Kostenbelastungen kommen auf sie zu. Das erleichtert die Bauplanung.

    Expertentipp zu Bauverträgen

    Baurecht ist komplex und für Laien nur schwer zu durchblicken. Deshalb sollte ein Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sämtliche Verträge vor Unterzeichnung prüfen. Unter Druck sollten Bauherren übrigens niemals Verträge schließen.

    Wie Baumängel entstehen und wozu sie führen

    Baumängel sind der Albtraum jedes Bauherrn. Leider nimmt die Mängelhäufigkeit beim Bauen laut Experten wieder zu, denn Baufirmen sind voll ausgelastet und stehen unter Zeitdruck. Das erhöht das Risiko für Flüchtigkeitsfehler bei der Arbeit. Von Wassereinbrüchen bis hin zu Schimmelbildung und Kurzschluss können solche Fehler verheerende Folgen haben. Die Mehrkosten zur Mängelbeseitigung belasten die Baufinanzierung in vielen Fällen stark. Je länger die Fehlererkennung dauert, desto höher ist meist der Kostenaufwand zur Behebung.

    Expertentipp zu Baumängeln

    Fehler können immer vorkommen. Wenn private Bauherren mit einer professionellen Baubegleitung zur Arbeitsüberwachung und Fehlererkennung kooperieren und einige Mängel von Anfang an mit einkalkulieren, belastet dieser Umstand ihren Finanzrahmen weniger. Unabhängige Sachverständige prüfen die geleistete Arbeit bei der Abnahme und erkennen Baufehler schneller.

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