Gemeinsam stark: Warum ein Verein mehr bewirkt als Einzelinitiativen

    Aus WISSEN-digital.de

    In vielen Dörfern und Städten sind Vereine ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Sie sind ein Ort, an dem Menschen Kontakte knüpfen und ihrem Hobby nachgehen oder sich für ein Hilfsprojekt einsetzen. Gerade bei diesen Projekten können Vereine ihr Ziel eher verwirklichen als die Initiativen von einzelnen Privatpersonen

    Diese Vereinsformen gibt es

    Wer sich für das Gemeinwohl engagieren und einen Verein gründen möchte, sollte sich zunächst über die unterschiedlichen Vereinsformen informieren. Unterschieden wird zwischen eingetragenen und nicht eingetragenen Vereinen. Üblicher ist die Gründung eines eingetragenen Vereins. Dafür sind zwar die Auflagen komplexer. So muss neben dem Gründungsprotokoll auch die Gemeinnützigkeit geprüft werden. Anschließend wird der Verein in das Amtsregister eingetragen.

    Nicht eingetragene Vereine können zwar leichter gegründet werden, haben dafür aber auch weniger Handlungsspielraum. Zur Gründung sind nur zwei Mitglieder und das Gründungsprotokoll nötig. Jedoch ist der Verein nicht rechtsfähig und es kann kein Vereinsvermögen gebildet werden. Neben der rechtlichen Form gibt es auch verschiedene Zwecke von Vereinen. So kann sich ein Verein für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Anliegen engagieren.

    Gemeinsam mehr bewirken

    Im Gegensatz zu Einzelinitiativen hat ein Verein einen entscheidenden Handlungsvorteil: Er besteht aus mehreren Mitgliedern, die jeweils verschiedene Aufgaben in der Organisation unternehmen. Jedes Vereinsmitglied besitzt unterschiedliche Fähigkeiten. So kann zum Beispiel der eine seine Kompetenzen für wirtschaftliche Fragen in der Vereinsführung einsetzen, während sich der andere um das Eventmanagement kümmert. Außerdem bringt jedes Vereinsmitglied wertvolle soziale Kontakte mit.

    Gemeinsam sind die Netzwerke eines Vereins weitaus größer als das soziale Netz einer Einzelperson. Diese Kontakte können einen entscheidenden Vorteil bei Organisationsfragen sein. Außerdem kann ein Verein finanziell besser bestehen bleiben als Einzelinitiativen. Denn hier kümmern sich gleich mehrere Menschen um die finanzielle Stabilität der gemeinnützigen Organisation.

    Die stabile Organisation eines Vereins

    Wer sich für das Gemeinwohl engagiert, steht vor einigen bürokratischen und organisatorischen Hürden. Zunächst muss ein Ziel definiert werden. Anschließend wird eine Strategie entwickelt, wie das gemeinnützige Engagement im Detail aussehen soll. Daraufhin werden Aufgaben definiert, die die Vereinsmitglieder erledigen. Das ist für eine Einzelperson nur schwer zu schaffen. Ein Verein hingegen kann sich hier auf seine Mitglieder und Netzwerke stützen.

    So verfügt der Verein Deutscher Ingenieure e. V. zum Beispiel über diverse Fachgliederungen. Auf diese Weise werden alle Fachbereiche von Experten im Verein abgedeckt. Auf diese Weise sind einzelne Personen nur mit bestimmten Aufgaben betraut und müssen nicht alles allein erledigen. Außerdem hat ein Verein ein besseres Durchsetzungsvermögen als Einzelpersonen. Das ist vor allem bei der Repräsentation in sozialen Medien und Spendenaufrufen relevant.

    Den Verein in der nächsten Generation weiterleben lassen

    Ein weiterer Vorteil eines Vereins gegenüber einer Einzelinitiative ist das längere Bestehen der Organisation. Altern die Gründungsmitglieder, wird der Verein von jüngeren Mitgliedern übernommen. Auf diese Weise kann sich ein Verein über viele Jahrzehnte für das Gemeinwohl einsetzen. Besonders beliebt sind in Deutschland die Sportvereine. 2022 gab es hierzulande fast 87.000 Sportvereine. Gerade Fußballvereine sind bekannt dafür, dass sie regelmäßig talentierten Nachwuchs suchen, um den Verein auch in Zukunft aufrechtzuerhalten.

    Mehr Menschen erreichen

    Den Verein zu leiten kostet viel Zeit. Es müssen Spenden gesammelt werden, damit der Verein seinem gemeinnützigen Zweck nachgehen kann. Dafür müssen Veranstaltungen geplant und durchgeführt werden. Damit genug Besucher kommen, muss die Veranstaltung entsprechend beworben werden. Dieser Vorhaben gelingt leichter, wenn eine Vereinsorganisation die verschiedenen Aufgaben übernehmen kann. Für eine Einzelinitiative ist es schwer, eine ebenso große Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Denn hier sind die personellen und finanziellen Ressourcen wesentlich geringer.

    Fazit

    Gemeinnützige Initiativen sind erfolgreicher, wenn sie von einem Verein und nicht von einer Einzelperson realisiert werden. Grund dafür ist vor allem das Teamwork. Denn im Verein teilen sich mehrere Personen die vielfältigen Aufgaben untereinander auf. Dieser Organisationsaufwand kann eine Einzelinitiative nur schwer stemmen. Außerdem hat ein Verein das Potenzial, mehr Menschen anzusprechen und somit größere Aufmerksamkeit für das gemeinnützige Anliegen zu kreieren. Darüber hinaus kann ein Verein über einige Generationen bestehen bleiben. Denn in den organisatorischen Strukturen können jüngere Mitglieder nach und nach die älteren ablösen.

    Kalenderblatt - 15. Juli

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    1933 Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien schließen den so genannten "Viererpakt" ab, dessen Ziel lautet, "die Solidarität in Europa zu verstärken und das Vertrauen auf den Frieden zu festigen".
    1975 Island erklärt den "Kabeljaukrieg", indem es seine Fischereizonen von 50 auf 200 Seemeilen erweitert.