Claude Lévi-Strauss

    Aus WISSEN-digital.de

    französischer Ethnologe und Philosoph; * 28. November 1908 in Brüssel, † 30. Oktober 2009 in Paris

    Claude Lévi-Strauss gilt als Begründer des ethnologischen Strukturalismus und früher Vertreter einer Ethnosoziologie.

    Er betrieb in den 30er Jahren des 20. Jh.s Feldforschungen bei brasilianischen Indianerstämmen. Lévi-Strauss lehrte an Universitäten in São Paulo, New York und Paris und erhielt zahlreiche Ehrungen. 1946 bis 1947 war er französischer Kulturattaché in den USA.

    Seine Arbeiten sind nicht nur für die Völkerkunde, sondern auch für andere Forschungsdisziplinen, insbesondere die philosophische Wissenschaftstheorie, von Bedeutung. Lévi-Strauss erweiterte Ansätze des Strukturalismus, der durch Arbeiten von Ferdinand de Saussure und Roman Jakobson in der Sprachwissenschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen hatte, und wendete sie auf die Ethnologie an. Ausgangspunkt seines Ansatzes ist die Annahme einer gemeinsamen Grundlage der vielen verschiedenen menschlichen Kulturen, die er das "strukturelle Unterbewusste" nennt. Lévi-Strauss versuchte, diese These durch das Aufweisen von analogen Strukturen in den verschiedenen Sprachen und Kulturen der Menschen nachzuweisen. Hierzu dienten vor allem seine Untersuchungen von Mythen und Ritualen von Naturvölkern.

    Zu seinen wichtigsten Werken gehören etwa "Traurige Tropen" oder "Totem und Tabu".


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