Bernhard Fürst von Bülow

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    deutscher Politiker; * 3. Mai 1849 in Klein Flottbek bei Hamburg, † 28. Oktober 1929 in Rom

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    Bernhard Fürst von Bülow

    Nach den Außenposten Bukarest und Rom war er 1897 Staatssekretär im Auswärtigen Amt geworden, 1900 hob ihn Kaiser Wilhelm II. als Nachfolger des Fürsten Hohenlohe in das Amt des Reichskanzlers. Historisch betrachtet war diese Wahl alles andere als glücklich: Indem sich Bülow in Überschätzung der machtpolitischen Möglichkeiten Deutschlands sämtliche Bündnisoptionen glaubte offen halten zu können, entglitten sie ihm allesamt. Die lockeren Bündnisgespräche mit London scheiterten an überhöhten Forderungen (1901). Frankreich verstimmte er schwer durch die Demütigung in der ersten Marokkokrise (1906). Russland stieß er vor den Kopf, als er Österreich in der Annexionskrise um Bosnien und die Herzegowina unterstützte (1908). In Bülows Regierungszeit formierte sich bereits die Mächtekonstellation, der Deutschland 1914 gegenüberstehen sollte: 1904 näherten sich England und Frankreich einander an ("Entente Cordiale"); 1907 verständigten sich auch London und Petersburg ("Tripel-Entente"). Noch in den späteren Memoiren fehlte Bülow jede Selbstkritik daran, dass er an diesen Weichenstellungen erheblich Anteil gehabt hatte.

    Als sich der Kaiser 1908 nach dem unglückseligen Daily-Telegraph-Interview, in dem er die Briten "verrückte Märzhasen" nannte, und das zu einer weiteren Verschlechterung des deutsch-englischen Verhältnisses führte, vom Kanzler im Stich gelassen fühlte, war das bis dahin freundschaftliche Verhältnis beendet. Äußerer Anlass für Bülows Rücktritt 1909 war eine parlamentarische Niederlage in der Frage der Reichsfinanzreform. Bülows Nachfolger wurde Theobald von Bethmann Hollweg.

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