Stillen

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    Während der Schwangerschaft wird der weibliche Körper auf die mit der Geburt beginnende Milchproduktion der Brust vorbereitet. Die Brustdrüse bildet auf Grund hormoneller Reize eine Nährflüssigkeit für den Säugling.

    Im Laufe der Schwangerschaft wird die Brustdrüse (Glandula mammaria) unter dem Einfluss einer hohen Östrogen- und Progesteronkonzentration auf die Milchproduktion vorbereitet, indem der Drüsenkörper sich vergrößert und die Durchblutung verbessert wird. Mit der Geburt sinkt diese hohe Hormonkonzentration im Blut und es kommt unter dem Einfluss des Hypophysenvorderlappens (Adenohypophyse) (siehe Hirnanhangdrüse) zur Bildung von Prolaktin, mit dem die Milchsekretion der Brustdrüse in Gang gesetzt und aufrecht erhalten wird.

    In den ersten vier bis fünf Tagen nach der Geburt wird eine Vormilch gebildet, die man als Kolostrum bezeichnet. Sie enthält besonders viel Eiweiß, Mineralstoffe und Immunstoffe (Immunglobuline), die ein Neugeborenes vor einigen Erkrankungen wie Virusinfekten oder Durchfall schützen. In der zweiten oder dritten Woche beginnt die Produktion der reifen Muttermilch. Im Durchschnitt wird nach etwa zehn Tagen pro Tag etwa ein halber Liter Muttermilch gebildet. Auch diese ist noch recht eiweißhaltig und hemmt dadurch das Auftreten krankhafter Darmbakterien. Mit dem hohen Anteil an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) hat der Säugling wahrscheinlich einen erhöhten Schutz vor Viruserkrankungen. Durch das Saugen und das völlige Entleeren der Brust wird die Milchbildung gefördert und in Gang gehalten. Daher sollten Milchreste, die nicht getrunken werden, mit einer Saugpumpe entfernt werden.

    Auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen ist das Auftreten von Allergien bei "Stillkindern" geringer als bei "Flaschenkindern". Auch die Nährstoffzusammensetzung der Muttermilch ist optimal. Zum Vergleich: In einem Liter Muttermilch sind etwa zwölf bis 15 Gramm Eiweiß, 35 bis 40 Gramm Fett und 65 bis 70 Gramm Milchzucker (Kohlenhydrate) enthalten. In der Kuhmilch sind es etwa 35 bis 37 Gramm Eiweiß, 30 bis 35 Gramm Fett und 45 bis 50 Gramm Milchzucker. Neben dem Aspekt der optimalen Nährstoffzusammensetzung für den Säugling kann das Stillen auch zur starken Bindung zwischen Mutter und Kind dienen.

    Manche Ärzte empfehlen auf Grund der Belastung unserer Nahrung durch Giftstoffe, nur eine eingeschränkte Zeitlang (ca. vier bis sechs Monate) voll zu stillen, es sei denn, eine Milchanalyse stellt geringe Belastungswerte der Muttermilch fest. Allerdings ist die Belastung der Muttermilch durch Schadstoffe neueren Untersuchungen zufolge generell zurückgegangen.



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