Äquatorialguinea

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Mit einer Fläche von 28 051 km² ist die Republik Äquatorialguinea eines der kleinsten Länder des afrikanischen Kontinents. Das Land besteht aus einem Festlandteil an der Westküste, den zwei Vulkaninseln Bioko und Pagalu und mehreren kleineren Inseln.

    Der Festlandteil Mbini stellt 93 % der gesamten Staatsfläche dar. Im Norden grenzt er an Kamerun, im Osten und Süden an Gabun und im Westen an den Atlantischen Ozean. Von der rund 150 km langen und 15-25 km breiten Küstenebene steigt das Land an bis zu einer Höhe von ca. 1 200 m. Die Vulkaninseln Bioko (2 017 km²) und Pagalu (17 km²) gehören zu der Vulkankette des Guinea-Archipels. Bioko liegt vor der Küste Kameruns, Pagalu etwa 400 km vor der Küste Gabuns. Steil aufragende Berge bestimmen die Landschaft der beiden Inseln. Auf Bioko liegt die Hauptstadt Äquatorialguineas, Malabo. Auf dieser Insel ist auch die höchste Erhebung des Landes, der Pico de Santa Isabel (auch: Basile) mit 3 008 m. Der Mbini (auch: Río Benito), der in Gabun entspringt, durchfließt auf einer Länge von ca. 190 km das Land.

    Klima

    Durch die Äquatorlage des Landes herrscht tropisch-feuchtes Klima mit hohen Temperaturen das ganze Jahr über und vielen Niederschlägen. Die durchschnittliche Temperatur liegt das ganze Jahr über bei etwa 25 °C. Auf dem Festland fällt ein Großteil der Niederschläge (insgesamt bis zu 4 000 mm) in den Monaten Februar bis Juni und von September bis Dezember. Das ganze Jahr über herrscht sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

    Flora und Fauna

    In Äquatorialguinea gibt es ausgedehnte Gebiete an tropischem Regenwald. Entlang der Küste finden sich Mangrovensümpfe, weiter landeinwärts kultiviertes Land. Auf der Insel Bioko ist ein Großteil des Regenwaldes ersetzt worden durch Plantagen, Restgebiete finden sich in größeren Höhenlagen, hier gibt es auch Savanne. Auf Pagalu finden sich überwiegend Kokos- und Ölpalmen.

    Die ausgedehnten Waldgebiete bieten für viele Tierarten einen idealen Lebensraum. Hier leben u.a. verschiedene Affen- (Schimpansen, Gorillas, Mandrills) und Halbaffenarten (Makis), Leoparden, Waldelefanten und Waldbüffel. Selbst die seltenen Okapis, Schirrantilopen und Bongos kommen hier häufig vor.

    Bevölkerung

    Etwa 536 000 Menschen leben in Äquatorialguinea, mehr als 40 % davon in Städten. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Malabo auf Bioko mit rund 60 100 Einwohnern, gefolgt von Bata an der Atlantikküste (50 000 Einwohner). Angehörige der Bantuvölker stellen etwa 80 % der Bevölkerung; die mit Abstand größte Gruppe unter ihnen sind die Fang, weiter die Benga und Bujeba. Auf der Insel Bioko stellen die Bubi, die ebenfalls zu den Bantu-Völkern gerechnet werden, die Mehrheit der Bevölkerung, während sie insgesamt nur etwa 10 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist katholisch, wobei von vielen parallel zum christlichen Glauben auch Naturreligionen praktiziert werden. Protestanten bilden nur eine religiöse Minderheit.

    Der Lebensstandard der Bevölkerung ist sehr niedrig, Äquatorialguinea zählt zu den ärmsten Ländern Afrikas. Es gibt kein funktionierendes Gesundheitssystem, dazu kommt die unzureichende Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Säuglingssterblichkeit ist hoch, die Lebenserwartung niedrig, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich gesteigert (Frauen 58, Männer 54 Jahre). Auf Grund der Schulpflicht für Kinder von 6-14 liegt der Alphabetisierungsgrad bei inzwischen bei 86 %.

    Die Amtssprache in Äquatorialguinea ist Spanisch, wobei im Alltag vor allem die verschiedenen Bantusprachen zur Anwendung kommen. Auf Pagalu wird überwiegend Englisch gesprochen, zudem kommt das portugiesische Kreol vor.

    Politisches System

    Äquatorialguinea ist eine präsidiale Republik und ist seit 1968 unabhängig (vorher spanische Kolonie). Die Basis bildet die Verfassung von 1991, die 1995 ergänzt wurde. Staatsoberhaupt mit weitreichenden Machtbefugnissen ist der Staatspräsident (seit August 1979 Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, PDGE), der für eine Amtszeit von sieben Jahren direkt vom Volk gewählt wird (Wiederwahl möglich). Der Staatspräsident ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Regierung wird vom Premierminister geführt (seit 2006 Ricardo Mangue Obama Nfubea), ebenso wie die Mitglieder des Kabinetts wird auch der Regierungschef vom Staatspräsidenten ernannt.

    Die Legislative liegt beim Parlament (Camara de Representantes del Pueblo), das aus einer Kammer besteht. Die 100 Mitglieder werden vom Volk für fünf Jahre gewählt, die letzten Wahlen wurden 2004 abgehalten, die Regierungspartei PDGE erhielt dabei 98 % der Stimmen, die Opposition boykottierte die Wahl. Oppositionelle Parteien und ihre Vertreter unterliegen nach wie vor starken Einschränkungen.

    Das Land ist in sieben Provinzen (provincias) untergliedert.

    Wirtschaft

    Zur Jahrtausendwende war Äquatorialguinea eines der ärmsten Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes kam seit den 1970er Jahren durch die Folgen der Diktatur zum Erliegen. 1993 wurden internationale Hilfsprogramme der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds aufgrund der anhaltenden Misswirtschaft und Korruption im Land storniert. Die Erdölfunde Ende der 1990er Jahre verhalfen jedoch zu einem erstaunlichen Wirtschaftswachstum (20 % in 2002), wobei sich die Konzessionen für die Förderung weitgehend in den Händen ausländischer Firmen befinden.

    Auf Grund der hohen Einnahmen aus der Erdölförderung erwirtschaftet der Agrarsektor nur noch 3 % des Bruttoinlandsproduktes. Bis auf den Anbau der Exportgüter Kakao und Kaffee ist die Landwirtschaft auf die Deckung des Eigenbedarfs der Bevölkerung ausgerichtet. 80 % des Festlandes sind mit dichtem, tropischem Regenwald bedeckt, so dass nur etwa 8 % der gesamten Landesfläche agrarisch genutzt werden können. Angebaut werden neben Kakao (vor allem auf Bioko) und Kaffee weiter Reis, Maniok, Jams und Bananen. Die Fischerei ist für die Selbstversorgung der Bevölkerung bedeutend. Holz gehört zu den Exportgütern des Landes.

    Die nur mäßig entwickelte Industrie ist auf die Verarbeitung von Holz und Fischereiprodukten ausgerichtet. Die Struktur aus Kleinbetrieben wurde während der Diktatur weitgehend zerstört. In diesem Sektor sind wiederum die Erdölfunde verantwortlich für eine industrielle Produktionssteigerung von 30 %. Weitere Bodenschätze sind Mangan, Gold und Uran, die bis jetzt nicht abgebaut werden.

    Haupthandelspartner des Landes sind beim Export die USA, gefolgt von Spanien und China, beim Import ebenfalls die USA, gefolgt von Frankreich, der Côte d'Ivoire und Spanien.

    Die Infrastruktur des Landes ist nur schwach entwickelt. Es gibt keine Eisenbahn und nur etwa 330 km befestigte Straße. Die wichtigsten Häfen des Landes liegen bei der Hauptstadt Malabo auf der Insel Bioko und bei Bata auf dem Festland. Malabo verfügt über einen internationalen Flughafen.

    Die Währung Äquatorialguineas ist der "Communaute Financiere Africaine Franc" (afrikanischer Franc).


    Republik Äquatorialguinea

    Fl aequaguinea.jpg Wappen aequatorialguinea.svg
    República de Guinea Ecuatorial
    Amtssprache Spanisch
    Hauptstadt Malabo
    Staatsform Präsidialrepublik
    Fläche 28.051 km²
    Einwohner 600.000
    Währung CFA-Franc BEAC
    Zeitzone MEZ (UTC +1)
    KFZ-Kennzeichen GQ
    Internet-TLD .gq
    Telefonvorwahl 00240


    Wer hat's gesagt?

    Worte von historischen Ausmaßen sind uns zwar meist zumindest vom Hören-Sagen bekannt - aber kennen Sie den Kontext?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 22. August

    1864 Die erste 1. Genfer "Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde" entsteht. Sie geht auf die Initiative Henri Dunants zurück, der in seiner Schrift "Eine Erinnerung an Solferino", in der er seine Erlebnisse als Zeuge der Schlacht bei Solferino wiedergibt, zur Gründung einer Hilfsorganisation aufrief – das spätere Rote Kreuz.
    1910 Japan annektiert das Königreich Korea, dessen König zur Abdankung gezwungen wird.
    1948 In Amsterdam beginnt die erste Vollversammlung des Weltrats der Kirchen, um eine Verfassung für den Ökumenischen Rat auszuarbeiten.