Heinrich von Kleist

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    deutscher Schriftsteller; * 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder, † 21. November 1811 in Wannsee (Berlin)

    Lebensstationen

    Der Sohn eines preußischen Hauptmanns begann 1799 ein Philosophiestudium. 1807 in Berlin als Spion verhaftet, ging er nach der sechsmonatigen Haftstrafe nach Dresden, wo er an verschiedenen Dramen arbeitete. Die Aufführungen der "Penthesilea" und des "Zerbrochenen Krug" waren jedoch ein Misserfolg.

    Unter dem Eindruck der Ereignisse der napoleonischen Besatzungszeit schrieb er das Drama "Die Hermannsschlacht" (erschienen 1821). 1810/11 gab Kleist in Berlin die "Berliner Abendblätter" heraus. Auch sein letztes Drama, der "Prinz von Homburg", hatte keinen Erfolg.

    1811 nahm er sich zusammen mit Henriette Vogel das Leben. L. Tieck gab 1821 die hinterlassenen Schriften heraus; erst jetzt erkannte man die herausragende Bedeutung von Kleists literarischem Werk sowohl für die Dramatik als auch für die Novelle.

    Künstlerische Leistung

    Kleists Werk lässt sich wohl am ehesten der Literatur der Romantik zuordnen, weist aber viele Elemente auf, durch die es sich von den romantischen Texten unterscheidet. Grundlegend für Kleists Texte ist die Auseinandersetzung seiner - zumeist vielschichtig gezeichneten - Figuren mit den als "Schicksal" erfahrenen Konstellationen der Welt, die häufig die Existenz der Figuren bedrohen: In der Erzählung "Die Marquise von O..." etwa überwindet die Heldin ihre durch eine Vergewaltigung ausgelöste Lebenskrise, indem sie sich zu ihrem so gezeugten Kind bekennt.

    Einer der wichtigsten literaturtheoretischen Texte Kleists ist die Schrift "Über das Marionettentheater" von 1810, in der er seine Kunstauffassung formuliert.

    Das Spätwerk des Schriftstellers ist als Reaktion auf die Napoleonischen Kriege zu verstehen. In seinem Drama "Die Hermannsschlacht" bezieht Kleist patriotische, nationalistische Positionen; auch durch seine Tätigkeit als Herausgeber der "Berliner Abendblätter" unterstützte Kleist antifranzösische Bestrebungen. Sein letztes Drama "Der Prinz von Homburg" entwirft ein Idealbild der preußischen Armee.

    Werke (Auswahl)

    "Amphitryon" (1807), "Der zerbrochne Krug" (1808), "Penthesilea (1808), "Michael Kohlhaas" (Erzählung), "Der Prinz von Homburg" (1810, erschienen 1821), "Das Käthchen von Heilbronn" (1808), "Die Marquise von O..." (1808), "Das Erdbeben in Chili" (1807).

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