Anna Iwanowna

    Aus WISSEN-digital.de

    russische Zarin; * 7. Februar 1693 in Moskau, † 28. Oktober 1740 in Moskau

    Nach dem Tod des Nachfolgers der Zarin Katharina I., Peter II. (nach nur dreijähriger Regierungszeit), verhandelte der Kanzler und Leiter der Außenpolitik, Ostermann, mit der adeligen Bojarenpartei wegen der Nachfolge. Er schlug die Nichte Peters des Großen, Anna Iwanowna, vor, obwohl die beiden Töchter Peters das erste Anrecht auf den Thron hatten. Ostermann gelang es, den Senat und die in Moskau versammelten Adeligen für seine Kandidatin zu gewinnen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die künftige Zarin den Adel und den Senat mitregieren lassen würde.

    Anna Iwanowna ging scheinbar auf diese Bedingung ein, zerriss aber bei ihrem Regierungsantritt 1730 das Dokument und erklärte sich zur absoluten Herrscherin. Ihr Günstling Ernst Johann von Biron herrschte in ihrem Namen; angeblich ließ er 12 000 Empörer hinrichten und verbannte 20 000 nach Sibirien. Die Zarin verlieh ihm 1737 den Titel ihres verstorbenen Gatten, eines "Herzogs von Kurland", und ernannte ihn kurz vor ihrem Tod zum Regenten für ihren minderjährigen Großneffen, den Prinzen Iwan.

    Ihr Feldherr Münnich stürzte nach ihrem Tod den Regenten Biron und nach einem zweiten Staatsstreich bestieg die jüngere Tochter Peters des Großen als Zarin Elisabeth den russischen Thron. Anna Iwanownas Mündel Iwan wurde in Schlüsselburg, dem Gefängnis für politische Häftlinge, gefangen gesetzt und bei einem Befreiungsversuch getötet.

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