Walther Nernst

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    deutscher Chemiker und Physiker; * 25. Juni 1864 in Briesen, Westpreußen, † 18. November 1941 auf Gut Ober-Zibelle bei Bad Muskau

    Begründer der physikalischen Chemie; Begründer des dritten Hauptsatzes der Thermodynamik; Messung spezifischer Wärmen bei tiefen Temperaturen.

    Nernst studierte Naturwissenschaften und wandte sein besonderes Interesse dem Grenzgebiet zwischen Chemie und Physik zu. Er war erst in Göttingen, dann in Berlin Professor der physikalischen Chemie. Auf seine Veranlassung erfolgte die Errichtung des Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Göttingen. 1924 übernahm er die Leitung des Physikalischen Instituts der Universität Berlin. Für die Arbeiten in der Thermochemie, besonders die auftretenden Wärmeumsätze bei chemischen Reaktionen, erhielt er 1920 den Nobelpreis für Chemie.

    Seine wissenschaftlichen Arbeiten reichen von den klassischen Untersuchungen über die Entstehung des galvanischen Stroms bis zu rein chemischen Themen wie die Theorie der Lösungen und der chemischen Gleichgewichte. Nernst hat den dritten Hauptsatz der Wärmetheorie gefunden, das Nernst'sche Wärmetheorem, wie die Physiker meist sagen. Es handelt sich um Aussagen über den besonderen Zustand der Materie im Bereich des absoluten Nullpunktes, also bei rund -273 Grad Kälte. Sie beweisen, dass man auch mit der denkbar wirkungsvollsten Kältetechnik zwar dem untersten Endpunkt der Temperatur bis auf hundertstel Grade nahe kommen, ihn aber niemals völlig erreichen kann.

    Der Wärmesatz Nernsts steht in seiner wissenschaftlichen Bedeutung auf der gleichen Stufe wie Robert Mayers Entdeckung des Satzes von der Erhaltung der Energie. Der dritte Hauptsatz ist später durch die Quantentheorie bestätigt und in einigen Punkten ergänzt worden.

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