Skispringen

    Aus WISSEN-digital.de

    Das Skispringen ist eine nordische Disziplin für Männer im Skisport, bei der die Athleten mit Skiern von einer Normal- oder Großschanze springen. Der Sieger errechnet sich aus einer Punktewertung (siehe Regeln).


    Die Schanze und die Sprünge

    Die Sprungschanzen bestehen aus einer Anlaufspur und dem so genannten Schanzentisch. Die Springer versuchen, während der Anlaufphase eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen, um möglichst optimal und dynamisch vom Schanzentisch abspringen zu können. Der Absprung leitet die Flugphase ein, wobei die Körperhaltung des Springers von der Anlaufhocke in eine gestreckte Haltung übergeht. Während des Flugs streckt der Athlet seinen Körper über die Skier, die heute meist in eine V-Stellung gebracht werden.

    Der Sprungstil: Öfters hat sich der Flugstil der Springer geändert, die Pioniere sprangen noch mit nach vorne gestreckten Armen und Händen. In den letzten Jahren setzte sich der V-Stil gegenüber der parallelen Skiführung in der Flugphase durch. Bei diesem von dem schwedischen Skispringer Jan Bokloev erfundenen Stil bringt der Athlet nach Absprung vom Schanzentisch seine Skier in eine extreme V-Stellung, wodurch eine bessere Aerodynamik und somit größere Weiten erreicht werden können.

    Jede Schanze weist einen Norm- und einen K-Punkt auf. Der Normpunkt bedeutet die Weite, die von den Springern gefahrlos erreicht werden kann. Der K-Punkt (kritischer Punkt) bezeichnet jene Stelle, an der die Neigung des Sprunghügels so gering wird, dass die Gefahr von Stürzen enorm zunimmt. Liegt der K-Punkt zwischen 70 m und 90 m, spricht man von Normalschanzen; bei Großschanzen liegt der K-Punkt zwischen 100 m und 120 m.

    Regeln in Kürze

    Der Wettkampf wird in zwei Durchgängen ausgetragen. Wertungsrichter errechnen aus Weite und Stil die Gesamtnote, die für die Platzierung maßgebend ist. Ausschlaggebend ist vor allem die erzielte Weite, bei der so genannten Haltungsnote wird neben einem sicheren Flug hauptsächlich auf eine elegante Landung wert gelegt (am besten wird hierbei die so genannte Telemarklandung bewertet).

    In den Einzelwettkämpfen treten im ersten Durchgang zwei Springer gegeneinander an. Der Sieger des Duells qualifiziert sich für den zweiten Durchgang, ebenso wie die besten Verlierer.

    Wettbewerbe

    Der wichtigste jährlich stattfindene Wettbewerb ist die Vierschanzentournee, die seit 1953 zum Jahreswechsel in Deutschland und Österreich ausgetragen wird. Die Vierschanzentournee ist Teil des FIS-Weltcups. Bei Olympischen Spielen finden Wettbewerbe von der kleinen und großen Schanze, außerdem ein Mannschaftswettbewerb von der großen Schanze statt. Eine Mannschaft besteht aus vier Springern, von denen drei gewertet werden.

    Eine weitere Disziplin bildet das Skifliegen, bei der mittlerweile Weiten weit über 200 m erreicht werden. Bei der nordischen Kombination ist das Skispringen Disziplin neben dem Langlaufen.

    Geschichte

    Vor rund 150 Jahren begann man in Norwegen auf Skiern zu springen. Der erste Weltrekord wird dem Norweger Hemmestveit zugeschrieben, der 1879 auf eine Weite von 23 m kam.

    Das Springen von der (kleinen) Normalschanze (K-Punkt 70-90 m) stand bereits bei den ersten offiziellen Winterspielen in Chamonix 1924 auf dem Programm.

    Der Wettbewerb von der großen Schanze (K-Punkt 100-120 m) wurde in Innsbruck 1964 eingeführt, das Mannschaftsspringen (Großschanze) in Calgary 1988.

    Kalenderblatt - 16. April

    1922 Das Deutsche Reich und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken schließen in Rapallo am Rande der Weltwirtschaftskonferenz von Genua einen Freundschaftsvertrag, den so genannten Rapallo-Vertrag.
    1925 Im Grab der vor über 45 Jahren verstorbenen Bernadette wird deren Leichnam unverwest aufgefunden. Das Grab wurde anlässlich ihrer Seligsprechung geöffnet. Sie hatte als Kind mehrere Marienerscheinungen.
    1945 Hitler verlangt die Verteidigung der Ostfront bis zum letzten Tropfen Blut.