Regeneration (Biologie)

    Aus WISSEN-digital.de

    (lateinisch: regeneratio, "Wiedergeburt")

    allgemein in der Biologie die Bezeichnung dafür, dass verletzte, abgestorbene oder abgeworfene Zellen, Gewebe oder Körperteile von Einzellern und Vielzellern wiederhergestellt werden können.

    Botanik: Hier ist die Regeneration stark ausgeprägt. Sie erfolgt entweder durch das Auswachsen bereits vorgebildeter embryonaler Anlagen oder durch völlige adventive (an ungewöhnlicher Stelle) Neubildung. So kann sich z.B. aus einer einzigen Epidermiszelle wieder eine neue Pflanze bilden. Die Pflanze kann auch in unterschiedlich hohem Maße verletzte Zellen wieder regenerieren, wobei Verwachsungen entstehen können. Genutzt wird die Regeneration im Gartenbau zur Vermehrung von Pflanzen durch Stecklinge (z.B. Usambaraveilchen, Begonien, verschiedene Orchideen) und bei der Veredelung durch Pfropfen (vor allem bei Obstbäumen, aber auch bei Rosen u.a.).

    Zoologie: Hier ist die Regeneration weniger stark und sehr unterschiedlich ausgeprägt. Man unterscheidet zwischen der physiologischen Regeneration (Restitution), unter der man die periodische oder kontinuierliche Erneuerung von Strukturen versteht (Federkleid, Haare, Haut, Blutzellen) und der reparativen oder restaurativen Regeneration, bei der Körperstrukturen in unterschiedlichem Ausmaß ersetzt werden. Einige Tiere können ganze Körperteile regenerieren, wie Schwämme, Strudelwürmer oder Lurche (den Schwanz). Andere können sich aus einem Teil völlig neu als Individuum entwickeln, wie die Seesterne aus einem Arm. Bei Einzellern kann die fehlende Struktur wieder vollkommen aufgebaut werden, was man als Epimorphose bezeichnet. Die Regeneration ist auch vom Entwicklungsstadium des einzelnen Tieres abhängig. So können Kaulquappen ihre Extremitäten regenerieren, was dem Frosch später nicht mehr möglich ist. Säuger regenerieren ihre Extremitäten nicht oder nur sehr gering im Jugendalter an bestimmten Stellen.

    Eine besondere Form der Regeneration ist die kompensatorische Hypertrophie. Hierbei vergrößert sich die verbliebene Struktur übernormal. Dies geschieht z.B. bei der menschlichen Leber: Wird ein Teil der Leber entfernt, kann sich der verbleibende Leberlappen wieder um ein Viertel vergrößern.

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