Ludwig Wittgenstein

    Aus WISSEN-digital.de

    österreichischer Sprachphilosoph; * 26. April 1889 in Wien, † 29. April 1951 in Cambridge

    Wittgenstein war der bedeutendste Vertreter der Sprachphilosophie.

    Der Sohn des Stahlindustriellen Karl Wittgenstein kam nach häuslichem Privatunterricht vierzehnjährig nach Linz auf eine mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Schule. Ab 1907 studierte er Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Berlin und in Manchester. 1912 ging er zu Bertrand Russell nach Cambridge, aber bereits ein Jahr später zog er sich nach Skjolden in Norwegen zurück.

    Dort lebte er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und konzipierte den "Tractatus logico-philosophicus", der 1921 veröffentlicht wurde. In diesem Werk stellte er seine Theorie zum Wesen und zu den Grenzen der Sprache und des Denkens auf. Der bekannteste Satz daraus lautet: "Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen". Wie die Sprache aus Satzelementen und Sätzen, so Wittgenstein, sei auch die Welt aus einfachen und komplexen Sachverhalten aufgebaut.

    Da er sich unverstanden fühlte, zog sich Wittgenstein nach dem Krieg von der Philosophie zurück und lebte von 1920 bis 1926 als Dorfschullehrer in Niederösterreich. 1929 kehrte er zur Philosophie nach Cambridge zurück, wo er seit 1930 Vorlesungen hielt. Sein Hauptwerk dieser zweiten Phase, die "Philosophischen Untersuchungen", erschienen erst 1953 posthum. In ihnen revidierte er seine Positionen des "Tractatus" teilweise; insbesondere gab er die Konzeption einer Idealsprache auf.

    1947 gab er seinen Lehrstuhl vorzeitig ab, deprimiert und skeptisch sowohl seiner Philosophie als auch seiner Lehrtätigkeit gegenüber. Konzentriert auf die Arbeit an den "Philosophischen Untersuchungen" lebte er vorzugsweise in Galway in Westirland.

    Die von Wittgenstein entwickelten Gedanken wie seine Abbildtheorie oder die Interpretation der Sprache mittels seines "Sprachspiels" waren von großem Einfluss auf die Entwicklung der analytischen Philosophie und der Sprachphilosophie.

    Weitere Werke

    "Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik" (1956), "Das blaue Buch" (1958), "Über Gewissheit" (1969) u.a.

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