Jagen in Deutschland - was Einsteiger wissen sollten

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    Der Jagdsport blickt auf eine lange Tradition zurück und ist auch heute noch beliebt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Laut dem Deutschen Bundesamt geht es rund jedem zweiten Jäger darum, sich ehrenamtlich zu betätigen und aktiven Umweltschutz zu betreiben. Hierzulande darf aber nicht einfach losgejagt werden. Einsteiger sollten sich zunächst über das geltende Jagdrecht informieren.

    Grundlagen für Neulinge – Jagdrecht und Ausrüstung

    Grundsätzlich darf in Deutschland jeder Jäger werden. Voraussetzung ist, dass er oder sie sich an Regelungen rund um die Jagd hält. Die werden wir im folgenden Artikel näher beleuchten. Darüber hinaus spielt aber auch die richtige Ausrüstung eine wichtige Rolle. Benötigt werden eine wetterfeste Jagdjacke, rutschsichere Jagdstiefel, ein Jagdmesser, ein Gehörschutz und natürlich eine geeignete Waffe. Um auch bei schlechten Sichtverhältnissen Wild erspähen zu können und sich im Wald zurechtzufinden, empfehlen sich außerdem eine Taschenlampe und ein modernes Wärmebild-Vorsatzgerät. Letzteres leistet auch bei absoluter Dunkelheit gute Dienste, denn es erkennt die abgestrahlte Körperwärme von Tieren.

    Jagen ist nur in expliziten Jagdgebieten erlaubt

    Es darf nur in Regionen gejagt werden, die zu Jagdgebieten erklärt worden sind. Dabei wird zwischen Eigenjagdbezirken in Privatbesitz und gemeinschaftlichen Jagdbezirken in öffentlicher Hand unterschieden. Wer selbst einen Jagdbezirk besitzt, kann dort auch jagen, sofern er einen Jagdschein besitzt. Zahlreiche Jäger pachten aber einen Bezirk. Oft teilen sie sich ein Gebiet mit anderen Jägern und schließen gemeinsam einen Pachtvertrag ab.

    Ein Jagdschein ist Voraussetzung

    Um einen Jagdbezirk pachten zu können, benötigen Einsteiger zunächst einen Jagdschein. Diese Regelung soll einen gewissenhaften Umgang mit der Umwelt und den Wildtieren sicherstellen und verhindern, dass es aufgrund von Unwissenheit zu Unfällen kommt. Wer einen Jagdschein erwerben möchte, muss zunächst eine Ausbildung in einer Jagdschule absolvieren. Anschließend wird die Prüfung abgenommen und bei Bestehen der Jagdschein ausgestellt. Anwärter müssen die folgenden Bedingungen erfüllen:

    • Ein Mindestalter von 15 Jahren
    • Ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge
    • Geistige und körperliche Eignung

    Üblicherweise gibt es Kurse, die abends oder am Wochenende stattfinden, sodass sich die Ausbildung auch neben dem Beruf oder der Schule durchführen lässt. Der Unterricht befasst sich mit einer Reihe von verschiedenen Themen wie Tierkunde, Behandlung von erlegtem Wild, Waffenkunde, dem Bundesjagdgesetz, den lokal geltenden Regeln im jeweiligen Bundesland sowie mit dem Arten- und Naturschutz.

    Für den Erwerb einer Waffe muss eine Waffenbesitzkarte beantragt werden

    Nachdem der Jagdschein erworben wurde, muss die nächste Hürde überwunden werden. Wer in Deutschland eine Waffe kaufen möchte, braucht nämlich eine sogenannte Waffenbesitzkarte. Sie kann bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes beantragt werden. Dafür sollten die folgenden Unterlagen vorgelegt werden:

    • Das vollständig ausgefüllte Antragsformular
    • Ein Ausweisdokument wie ein Personalausweis oder Reisepass
    • Der Jagdschein als Nachweis über die Fähigkeiten

    Einhalten der Schonzeiten

    Mit dem Erwerb von Jagdschein, Waffenbesitzkarte und einer passenden Waffe sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Jagd erfüllt. Angehende Jäger sollten sich vorab dennoch sehr intensiv mit den Regeln im Detail auseinandersetzen. Zum Beispiel sind bestimmte Schonzeiten zu beachten, in denen nicht gejagt werden darf. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich Wildtiere paaren und in Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Dabei ist zu bedenken, dass die Jagd- und Schonzeiten je nach Bundesland variieren können.

    In bestimmten Fällen gibt es Ausnahmen. Bei Seuchen, starken Wildschäden oder der Störung des biologischen Gleichgewichtes darf gegebenenfalls auch während der Schonzeit gejagt werden. Das können die Jäger aber nicht eigenhändig entscheiden. Stattdessen müssen sie sich an die Anweisungen der jeweiligen Behörde halten.

    Nicht alle Tiere dürfen gejagt werden

    Die Jagd soll vor allem dazu beitragen, den Wildbestand zu kontrollieren. Um das zu gewährleisten, dürfen nur bestimmte Arten gejagt werden. Welche das sind, ist im Bundesjagdschutzgesetz festgelegt. Dazu gehören beispielsweise Rotwild, Rehwild und Damwild. Geschützte Tierarten sind jedoch von der Jagd ausgeschlossen. Eine davon ist der Wolf, der sich erst seit ein paar Jahren wieder in Deutschland angesiedelt hat.

    Kalenderblatt - 22. April

    1930 Großbritannien, Japan, die USA, Frankreich und Italien vereinbaren eine Begrenzung ihrer Seerüstungen in der Londoner Flottenkonferenz.
    1961 Frankreich wird durch den dritten Aufstand in Algerien in eine schwere Krise gestürzt.
    1982 Das Parlament in Sri Lanka bleibt noch bis 1989 im Amt. Grundlage für die Verlängerung ist das Ergebnis der ersten Volksabstimmung.