Giacomo Girolamo Casanova

    Aus WISSEN-digital.de

    italienischer Abenteurer und Schriftsteller; * 2. April 1725 in Venedig, † 4. Juni 1798 auf Schloss Dux, Böhmen

    auch: Jean-Jaques Chevalier de Seingalt:

    war Spieler, Schriftsteller, Okkultist, Spion und Abenteurer. Er studierte in Padua Rechtswissenschaften, soll dort aber wegen Homosexualität ausgeschlossen worden sein. Er verbrachte einige Jahre als Soldat in der Armee von Venedig und eignete sich Kenntnisse in Medizin und Okkultismus an. Als er 21 Jahre alt war, heilte er einen venezianischen Adeligen, der ihn aus Dankbarkeit adoptierte. Casanova ließ sich einige kleinere Vergehen zuschulden kommen, meist erotischer Natur, und wurde dafür ins Gefängnis von Venedig, die berüchtigten Bleikammern, eingesperrt.

    Er konnte auf spektakuläre Weise fliehen und reiste in den nächsten 18 Jahren kreuz und quer durch Europa. Dabei betätigte er sich als leidenschaftlicher Spieler und arbeitete eine Zeitlang als "Manager" der staatlichen französischen Lotterie. 1760 floh er vor seinen Gläubigern und lebte eine Zeitlang in der Schweiz bei Voltaire. Nach einigen Aufenthalten in Europa reiste er 1764 nach Russland, wo er sich am Hofe der Zarin Katharina der Großen aufhielt. 1774 kehrte er in seine Heimatstadt Venedig zurück, war sieben Jahre lang Spitzel der Inquisition, die brutal über die Einhaltung des katholischen Glaubens wachte, und wurde dann des Landes verwiesen, weil er eine bissige Satire über die herrschende Klasse seiner Geburtsstadt veröffentlicht hatte.

    Ab 1785 lebte er als Bibliothekar auf Schloss Dux in Böhmen des Grafen von Waldstein. Hier schrieb er 1798 seine ausführlichen Memoiren, die unter dem Titel "Geschichte meines Lebens" nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Seine Memoiren sind nicht nur als erotisches Werk, sondern auch als kulturgeschichtliche Quelle über die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts anzusehen. Casanova galt als ein äußerst exakter Beobachter, Menschenkenner und Erzähler. Er hatte zudem auf Grund seiner zahlreichen Reisen einen tiefen Einblick in die damaligen Verhältnisse Europas.

    KALENDERBLATT - 9. Mai

    1976 Die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof wird in ihrer Zelle in Stuttgart-Stammheim tot aufgefunden. Meinhof beging während des Prozesses gegen sie und andere Mitglieder der Gruppe Selbstmord. Andreas Baader, der wie sie an der Gründung der Baader-Meinhof-Gruppe mitwirkte, nimmt sich im Oktober 1977 im selben Gefängnis das Leben.
    1993 In Paraguay geht bei den ersten demokratischen Wahlen seit der Gründung des Staats die Colorado-Partei als Sieger hervor. Juan Carlos Wasmosy Monti wird neuer Staats- und Regierungschef.
    1994 Nelson Mandela, seit 1991 Vorsitzender des ANC, wird zum ersten schwarzen Staatsoberhaupt und Regierungschef Südafrikas gewählt. Die Amtszeit des Friedensnobelpreisträgers dauert bis 1999 an.



    Afrika - der schwarze Kontinent

    Afrika galt lange Zeit als eine Metapher für unerforschte und geheimnisvolle Welten. Wie sieht es bei Ihnen aus: Kennen Sie Afrika?
    Jetzt quizzen!