Famulatur im Ausland: Geht das?

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    Viele Medizinstudenten interessieren sich dafür, ihre Famulatur im Ausland zu machen. Während des Praktikums sammeln sie nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern verbringen auch 30 Tage oder mehr in einem anderen Land mit einer neuen Kultur. Das ist zweifelsohne spannend. Doch geht das so einfach? Wird die Famulatur in Deutschland überhaupt anerkannt und worauf sollte man achten?

    Eine Famulatur im Ausland ist möglich, es gibt jedoch Ausnahmen

    Grundsätzlich ist es möglich, die Famulatur im Ausland zu absolvieren, sogar die erste. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Hausarztfamulatur kann nur in Deutschland stattfinden. Das liegt unter anderem daran, dass die Struktur des Gesundheitssystems mit Hausarztpraxen in Deutschland eine Besonderheit darstellt.

    Die Regeln für die Famulatur sind dieselben wie in Deutschland. Die Praxis- oder Ambulanzfamulatur muss beispielsweise in der Aufnahme-Ambulanz bzw. Notaufnahme eines Krankenhauses unter ärztlicher Leitung stattfinden. Eine geeignete Facharztpraxis ist unter Umständen ebenfalls möglich. Die Krankenhausfamulatur kann in der stationären Krankenversorgung einer Universitätsklinik, eines Krankenhauses oder Lehrkrankenhauses im Ausland absolviert werden. Auch die Wahlfamulatur können Studenten im Ausland absolvieren, unter der Bedingung, dass diese in der ambulanten oder stationären Versorgung stattfindet.

    Hilfe bei der Organisation

    Hilfe bei der Organisation der Famulatur im Ausland erhalten Medizinstudenten von verschiedenen Organisationen. So hilft beispielsweise die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) bei der Organisation des Praktikums im Ausland. Die meisten Universitäten unterhalten enge Verbindungen zu Partnerhochschulen im Ausland. Auch dort gibt es oft die Möglichkeit, das Praktikum zu absolvieren. Es gibt darüber hinaus auch private Anbieter, die Studenten unterstützen, die eine Famulatur im Ausland absolvieren möchten.

    Ist die Famulatur im Ausland ohne Unterstützung möglich?

    Es gibt zwei unterschiedliche Anbieter, die Studenten bei der Organisation und Durchführung des Auslandspraktikums helfen, aber nötig ist dies nicht. Jeder Student kann sich auch eigenständig um einen Famulaturplatz in einer Klinik in seinem Wunschland bemühen.

    Die Anerkennung der Famulatur

    Die Famulatur im Ausland wird durch das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie (LPA) anerkannt. Bei einer Auslandsfamulatur wird ein vollständiges Zeugnis ausgestellt. Es macht Sinn, sich vorab über die geforderten Formalitäten zu informieren. Auf der Internetseite des LPA des eigenen Bundeslandes finden Studenten auch Zeugnisformulare in verschiedenen Sprachen zum Download. Ein Zeugnisformular in englischer Sprache wird normalerweise von deutschen Universitäten anerkannt. Sollte ein englisches Zeugnis im Zielland nicht möglich sein, muss das Zeugnis von einem in Deutschland gerichtlich vereidigten Übersetzer in die deutsche Sprache übersetzt und beglaubigt werden. Die Kosten hierfür trägt der Student selbst.

    Extratipp: Wer sichergehen möchte, dass die Anerkennung des Praktikums in Deutschland erfolgt, sollte sich bereits vorab beim LPA erkundigen, ob das Krankenhaus oder die Praxis im Ausland den Anforderungen genügt.

    Wie finanziere ich das Praktikum im Ausland?

    So verlockend die Aussicht auf einen Monat Aufenthalt im Ausland ist, das Praktikum kann teuer werden. Neben den Reisekosten müssen Studenten auch für ihre Unterkunft aufkommen. Es gibt jedoch verschiedene Fördermöglichkeiten. Beispielsweise bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Stipendien zur Finanzierung von Auslandsfamulaturen an. Viele Universitäten verfügen auch über eigene Fördergelder für ein Auslandsstipendium. Hierfür müssen sich Studenten jedoch rechtzeitig bewerben.

    Rechtliche und versicherungstechnische Aspekte

    Bei der Planung einer Famulatur im Ausland müssen Medizinstudenten auch rechtliche und versicherungstechnische Aspekte berücksichtigen. Zunächst ist es wichtig, sich über die Visabestimmungen des Ziellandes zu informieren, da einige Länder spezielle Visa für Praktikanten verlangen. Zudem sollten Studenten sicherstellen, dass sie im Ausland krankenversichert sind. Viele deutsche Krankenversicherungen bieten Auslandsschutz an, jedoch kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die auch Rücktransporte abdeckt.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Berufshaftpflichtversicherung. In Deutschland sind Medizinstudenten häufig über ihre Universität oder Klinik versichert, aber im Ausland ist dies nicht immer der Fall. Daher sollte geprüft werden, ob eine zusätzliche Haftpflichtversicherung erforderlich ist, um im Falle eines Behandlungsfehlers abgesichert zu sein.

    Fazit

    Eine Famulatur während des Medizinstudiums ist auch im Ausland möglich, mit Ausnahme der Hausarztfamulatur. Hierbei sollte man jedoch unter anderem vorab abklären, dass die gewählte Klinik oder Praxis den Anforderungen entspricht. So ist sichergestellt, dass das Praktikum später auch in Deutschland anerkannt wird. Für die Deckung der Kosten gibt es Fördermöglichkeiten, beispielsweise über den DAAD oder die eigene Universität.