UÇK
Aus WISSEN-digital.de
- Abk. für: Ushtria Çlirimtare e Kosovës, "Befreiungsarmee von Kosovo",
entstand in den 1990er Jahren als Guerillabewegung gegen die serbische Unterdrückung der Albaner im Kosovo. Nach der Aufhebung des Selbstbestimmungsrechts des Kosovo durch den serbischen Präsidenten S. Milosevic und weitreichenden Einschränkungen zu Lasten der albanischen Bevölkerungsmehrheit kam es in diesem Gebiet immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Albanern und Serben. Dabei verübte die UÇK, die sich aus Mitgliedern kosovo-albanischer Polizei- und Militärsverbände geformt hatte, zahlreiche Attentate auf serbische Zivilisten, was blutige Vergeltungsschläge der serbischen Armee nach sich zog. Nachdem Friedensbemühungen Ende 1998 trotz vertraglich festgehaltener Waffenruhe zwischen den Streitparteien an weiteren Attentaten und Angriffen der UÇK gescheitert waren, drohte der Konflikt erneut zu eskalieren. Auch ein zweiter Anlauf zu einer friedlichen Lösung schlug fehl: Im französischen Rambouillet wurde ein geplanter Friedensvertrag zwar vom UÇK-Repräsentanten Hashim Thaçi und dem kosovo-albanischen Präsidenten Ibrahim Rugova, nicht aber von der jugoslawischen Regierung unterzeichnet. Infolge der darauf folgenden NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien sah sich die UÇK darin bestärkt, ihr Ziel der Befreiung Kosovos blutig voranzutreiben.
Nach dem Ende des Kosovokriegs verpflichtete sich die UÇK unter Thaçi im Rahmen eines Abkommens mit dem KFOR-Truppenverband, ihre Armee zu demilitarisieren, Übergriffe auf die serbische Minderheit zu unterlassen und ihre Waffen abzugeben. Die ehemalige Untergrundorganisation übernahm als Kosovo-Schutzkorps Verwaltungs- und Polizeiaufgaben. Auf politischer Ebene konnte Thaçi die aus der UÇK hervorgegangene PDK, die "Demokratische Partei des Kosovo", etablieren. Sie erreichte bei den ersten freien Kommunalwahlen 2000 mehr als 25 Prozent der Stimmen und war somit zweitstärkste Partei hinter der "Demokratischen Liga des Kosovo" (LDK) um Rugova.
- Abk. für: Ushtria Çlirimtare Kombetare, "Nationale Befreiungsarmee" (in Anlehnung an 1.),
entstand 2001 in Makedonien als Untergrundorganisation, die mit hohem Gewalteinsatz für die Rechte der dort ansässigen albanischen Minderheit kämpfte. Die makedonische UÇK wurde personell und materiell von der kosovo-albanischen UÇK unterstützt. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Guerillatruppen und der makedonischen Armee. Diese erreichten ihren Höhepunkt, als sich makedonische Militäreinheiten und UÇK-Rebellen monatelang Gefechte in der Umgebung von Tetovo lieferten. Eine Lösung des Konflikts kam erst durch internationale Vermittler der NATO und der EU zustande. Der albanischen Minderheit wurden die geforderten Rechte weitgehend eingeräumt; im Gegenzug dazu musste die makedonische UÇK ihre Waffen abgeben. Noch im selben Jahr erklärte sie ihre Selbstauflösung.
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