Appetenzverhalten

    Aus WISSEN-digital.de

    Dieser Begriff aus der Verhaltensforschung bezeichnet ein Verhalten, das ein so genanntes Endverhalten in Gang setzt bzw. vorbereiten soll, und damit eine Möglichkeit schafft, einen Antrieb zu befriedigen.

    Das Appetenzverhalten läuft in verschiedenen Phasen ab. So beginnt ein hungriges Raubtier zuerst mit dem Herumstreifen und der Suche nach Beute in seinem Revier. Hat es eine Beute ausgemacht, schleicht sich das Tier in der zweiten Phase an sie heran. Das Schlagen der Beute und das Fressen sind Endhandlungen. Ein ähnlicher Ablauf ergibt sich bei der Suche nach einem Sexualpartner. Ist das Suchverhalten völlig ungerichtet, kann das Tier durch reinen Zufall auf einen Schlüsselreiz treffen, der die Phasen des Appetenzverhaltens auslöst.

    In der Humanethologie wird dieses Appetenzverhalten zum Kontaktappetenzverhalten. In der ersten Phase sucht z.B. der Säugling, weil er sich noch nicht fortbewegen kann, durch Schreien oder Weinen den Kontakt seiner Bezugsperson. In der zweiten Phase erfolgt bei der Wahrnehmung der Person eine gezielte Annäherung, um den Kontakt herzustellen. Ist der Kontakt hergestellt, ist die Endhandlung erreicht. Dieses Verhalten ist der zentrale Bestandteil der Mutter-Kind-Bindung und -Beziehungen.



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