Andrei Nikolajewitsch Tupolew

    Aus WISSEN-digital.de

    sowjetischer Flugzeugkonstrukteur; * 10. November 1888 in Pustomasowo, † 23. Dezember 1972 in Moskau

    Tupolew hat den sowjetischen Flugzeugbau entscheidend geprägt.

    1922 - nach der Russischen Revolution - eröffnete und leitete er das erste Flugzeug-Konstruktionsbüro der Sowjetunion am Zentralen Institut für Aerodynamik. Seine ersten Flugzeuge benannte er nach den Anfangsbuchstaben seines Namens mit ANT - nicht zu verwechseln mit anderen Sowjetflugzeugen der Bezeichnung Antonow An. 1923 flog erstmals der Sport-Eindecker ANT-1, zwei Jahre später das Ganzmetall-Flugzeug ANT-2, danach das Jagdflugzeug ANT-3 und der Bomber ANT-4.

    Als Tupolews achtmotorige ANT-20 "Maxim Gorki" 1934 beim ersten öffentlichen Probeflug von einem Begleitflugzeug mit der Tragfläche berührt wurde und abstürzte - wobei eine große Zahl von Ehrengästen umgekommen sein soll -, wurde der Konstrukteur ins Gefängnis gesetzt. Hinter Gittern konstruierte er weiter, nun unter dem Kürzel TU. So entstanden die Pläne zum ersten Sturzkampfflugzeug der Sowjetunion. Erst 1942 wurde Tupolew rehabilitiert. Sein noch vor der Verhaftung entstandener mittlerer Bomber SB-2 war inzwischen bereits veraltet - dabei war er im Spanienkrieg wegen seiner hohen Geschwindigkeit von Francos Truppen gefürchtet. Während seiner Gefängniszeit hatte auch seine ANT-25 von der Sowjetunion über den Nordpol hinweg Amerika angeflogen (1937) und die viermotorige ANT-6 sich bei einer Nordpolexpedition bewährt. Im Zweiten Weltkrieg konstruierte er weitere Modelle: Der viermotorige Fernbomber TB-3 wurde 818-mal gebaut - mit ihm konnten bis zu 50 Fallschirmjäger abgesetzt werden. 800-mal wurde der im Gefängnis entstandene Sturzbomber TU-2 produziert.

    Nach dem Krieg entwickelte Tupolew weitere Flugzeuge: Der mittlere Bomber und Aufklärer TU-16 erreichte eine Stückzahl von 2 000. Der schwere strategische Bomber und Fernaufklärer TU-95 flog während des Falklandkrieges 1982 von Angola aus bis in den Seeraum der Falklandinseln, um den Anmarsch der britischen und die Bewegungen der argentinischen Flotte zu beobachten. Diesen Einsatz seines Flugzeuges erlebte der Generaloberst des ingenieurtechnischen Dienstes der Sowjetarmee nicht mehr. Andrej N. Tupolew, der dreifache Held der sozialistischen Arbeit und Leninpreisträger von 1957, starb am 22. Dezember 1972 im Alter von 84 Jahren. Kurz zuvor - im Herbst 1971 - hatte er noch den von beträchtlichen Pannen begleiteten Erstflug des zivilen Überschall-Passagier-Jets TU-144 erlebt. Sein Sohn Alexej hatte ihn konstruiert.



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