"This is the End" - Jim Morrisons 40. Todestag

Aus WISSEN-digital.de

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Wer kennt sie nicht, "Break On Through (To the Other Side)", "People Are Strange" oder "Light My Fire" – Songs aus dem Repertoire der Band The Doors, die mehr als nur eine Generation geprägt haben. Treibende Kraft und Autor der meisten Songtexte der Doors war Frontmann und Sänger Jim Morrison, dessen Todestag sich am 3. Juli zum vierzigsten Mal jährt.

Jim Morrison und die Doors

Ursprünglich galt James Douglas Morrisons Leidenschaft dem Schreiben von Gedichten und vor allem dem in den 1960er Jahren neuen Medium Film. Aus diesem Grund absolvierte Morrison mit Anfang zwanzig zunächst erfolgreich ein Studium der Filmwissenschaft an der University of California in Los Angeles. Ein schneller Berufseinstieg gelang ihm danach allerdings nicht, aus finanziellen Gründen verlor er seine Wohnung und kam zunächst bei einem Freund unter – und wurde auf diesem Weg mit den späteren Mitgliedern der Doors bekannt.

Anfangs las er auf deren Konzerten seine Texte lediglich vor, seine psychedelischen, komplexen aber mitreißenden Werke trafen dabei so sehr den Nerv der Zeit, dass bald darauf die Band The Doors mit ihm als Sänger und Songwriter gegründet wurde. Typisch für ihre Musik waren vor allem die oft sehr düstere Stimmung der Texte und die komplexen Themen, die sich ausdrücklich gegen die meist sehr einfache und vor allem stets fröhliche Botschaft der vorherrschenden Flower-Power-Musik der 1960er richtete. Mit diesen Texten wollte Jim Morrison zum Nachdenken anregen und gemäß dem Essay "Doors of Perception" von Aldous Huxley Türen zu neuen Bewusstseinsräumen öffnen.

Der unverwechselbare Sound der Doors wurde von Anfang an zum großen Erfolg. Schon ihr erstes Album, einfach "The Doors" benannt, wurde zum Verkaufsschlager, nicht zuletzt auch aufgrund eines skandalträchtigen TV-Auftrittes und der richtigen Vermarktung durch die Plattenfirma. Es folgten die Jahre des größten Erfolges, mit weiteren Albumveröffentlichungen und Live-Auftritten, die zunehmend zu Konzept-Kunst wurden und nicht selten in wüsten Schlägereien endeten. Jim Morrison erlag allerdings mehr und mehr dem Starrummel um seine Person und verlor sich dabei immer stärker in seinem ausufernden Drogenkonsum.

Jim Morrisons Tod am 3. Juli 1971

Um 1970 befanden sich The Doors auf einem Tiefpunkt ihrer Karriere. Jim Morrison galt längst nicht mehr als der von allen bewunderte Rockstar, seitdem er sich auf einem Konzert in Miami angeblich vor Publikum vollständig entkleidet auf der Bühne präsentiert haben soll. Der ständige Drogenkonsum machte ihn zudem immer unzuverlässiger. Bei Konzerten versetzte er die Band, bei Auftritten war er unkonzentriert und verpasste des Öfteren seinen Einsatz, was zu Unstimmigkeiten innerhalb der Band und letztlich zur Absage aller Konzerte führte. Als er schließlich wegen des Konzertes in Miami zu mehreren Monaten Haft verurteilt wurde und zudem seine Lebensgefährtin wegen eines Streits nach Paris flüchtete, reiste er ihr 1971 nach und entzog sich damit gleichzeitig der Haftstrafe.

In Paris wohnten beide in einer gemeinsamen Wohnung und Jim Morrison widmete sich wieder verstärkt seinen Gedichten. Lange währte die Auszeit von den Problemen in den USA allerdings nicht, am 3. Juli 1971 starb Morrison unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen. Sein Tod wurde erst am 9. Juli, volle zwei Tage nach seiner Beerdigung, bekannt gegeben. Die offizielle Todesursache lautete Herzstillstand, wohl in Verbindung mit einer Überdosis Heroin. Eine Obduktion fand nicht statt. All diese Umstände sorgen bis heute für die Bildung unterschiedlichster Verschwörungstheorien über die genaue Todesursache.

Beerdigt wurde Jim Morrison auf dem berühmten Pariser Friedhof Père Lachaise, sein Grab ist bis heute Pilgerstätte für viele Fans auf der ganzen Welt. Alleine im Jahr 2001 sollen insgesamt 1,5 Millionen Besucher dort gewesen sein. Jim Morrison kann mit den Doors für sich den Ruhm beanspruchen, die Musikgeschichte der 1960er Jahre in erheblichen Maß beeinflusst zu haben. Viele Bands nach ihm sahen und sehen ein Vorbild in dem einzigartigen Sound und der unglaublichen Tiefe seiner Texte. Jim Morrison hat zwar auch mehrere Gedichtbänder veröffentlicht und mit einigen wenigen Filmen Fußspuren hinterlassen, den weitaus größten Einfluss hatte er aber mit seiner Musik.


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