Gyula Loránt

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    ungarisch-deutscher Fußballtrainer; * 6. Februar 1923, † 31. Mai 1981

    Sohn eines Polizisten; ging vom Gymnasium weg als Freiwilliger zur ungarischen Armee, die auf deutscher Seite kämpfte. In den fünfziger Jahren studierte er in Budapest im Nebenberuf Wirtschaftswissenschaften.

    Hauptberuflich war er seit dem 18. Lebensjahr Fußballspieler. Er spielte 1954 in Bern in der ungarischen Mannschaft, die das Weltmeisterschafts-Endspiel gegen Deutschland 2:3 verlor. Zehn Jahre danach ging er nach Deutschland. Der Bundestrainer Sepp Herberger beschaffte ihm einen Platz an der Kölner Sporthochschule. Im Fach Psychologie fiel Loránt bei der Abschlussprüfung durch und musste das Examen noch einmal ablegen; er beantragte und erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft.

    Trotz seiner jeweils nur kurzen Gastspiele als Trainer stiegen die von ihm betreuten Mannschaften auf. Mitten in der Saison 1976/77 führte er beispielsweise die Spieler von Eintracht Frankfurt aus dem Abstieg heraus auf den vierten Platz. Er machte sich zuerst zum Gespött, als er in der Bundesliga die Raumdeckung einführte, das System wurde später jedoch von der Nationalmannschaft übernommen. Loránt war als Trainer in Köln, Kaiserslautern, bei Schalke und bei Bayern München. Sein letztes Engagement hatte er in Saloniki. Während eines Punktspiels seiner Mannschaft starb er am 31. Mai 1981 an einem Herzinfarkt.

    Kalenderblatt - 26. April

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