Work&Travel

    Aus WISSEN-digital.de

    Arbeitend das Land erkunden

    Wer kennt dieses Gefühl nicht: Am letzten Urlaubstag blickt man in den Sonnenuntergang und wünscht sich, doch noch ein wenig länger bleiben zu können. Gerade für junge Menschen bietet sich mit einem Work&Travel-Urlaub eine reizvolle Möglichkeit, dieser Sehnsucht nachzukommen.

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    Die individuelle Variante: Quer feldein mit Rucksack

    Auf diese Weise lernt man sein Reiseziel sehr viel besser kennen als durch einen kurzen, bloß touristischen Aufenthalt. Immerhin arbeitet man zusammen mit den Einheimischen, hat mehr Kontakt zu ihnen und erhält somit einen tieferen Einblick in die Lebensgewohnheiten und die Kultur des Urlaubslandes. Ein weiterer Pluspunkt ist das verdiente Einkommen, so entlastet man seine Urlaubskasse und auch Aufenthalte über mehrere Monate hinweg werden möglich.

    Work&Travel – was ist das?

    Klassischerweise kennt man Work&Travel-Reisen im Zusammenhang mit Australien oder Neuseeland. Und tatsächlich dürften die meisten Working Traveller genau dort unterwegs sein. Work&Travel ist aber in all den Ländern möglich, die mit Deutschland gesonderte Abkommen zur leichteren Erteilung von Work&Travel-Visa abgeschlossen haben. So etwa auch die USA und Kanada, oder, etwas näher gelegen, Island. Im innereuropäischen Ausland ist das Arbeiten sogar noch leichter, gilt hier doch das Gebot der Freizügigkeit, sodass dass jeder EU-Bürger in jedem Land der EU leben und arbeiten darf – egal ob für drei Monate oder mehrere Jahre.

    Zu Beginn der Reiseplanung sollte man sich also über die Bedingungen für einen Arbeitsaufenthalt informieren, denn so einfach wie in der EU ist es in keinem außer-europäischen Land, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Für die meisten Länder gilt, dass die Antragsteller zwischen 18 und 30 Jahre alt sein müssen und bei der Einreise ein gewisses finanzielles Polster nachweisen müssen – als Notgroschen, falls es mit der Jobsuche nicht sofort klappt.

    Spätestens wenn man sich an die Beantragung des Visums macht, stellt sich die Frage, ob man das Abenteuer Langzeiturlaub lieber individuell oder von einer Agentur organisiert angehen will. Letztere Variante hat ganz klar den Vorteil, dass von Beginn an eine Organisation mit Rat und Unterstützung zur Seite steht. Diese Hilfe beinhaltet, je nach Umfang der gewählten – und bezahlten! – Leistung, vom Visumsantrag bis über Job- und Wohnraumvermittlung so ziemlich alle organisatorischen Details.

    Nachteilig sind die dafür zu entrichtenden Gebühren und vor allem die vorgegebene Planung des Aufenthaltes durch die Agentur, die eine individuelle Gestaltung zumindest erschwert. Wer also lieber selbst entscheidet, wann und wo er arbeitet und wohnt, wie lange er an einem Ort bleibt und wann er weiterzieht, der muss sich ohne diese organisatorische Hilfe durch die Planung kämpfen. Als Lohn winkt dafür ein größeres Maß an Freiheit, das auch spontane Planänderungen möglich macht.

    Das Leben als Working Traveller

    Als Working Traveller gilt die Vorgabe, dass man nur eine bestimmte Dauer seines Aufenthaltes arbeiten darf, meist nicht mehr als die Hälfte. Zudem darf man nicht durchgehend beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sein. Im Gegenzug gibt es aber keine Bestimmungen darüber, wie lange man arbeiten muss. Wer seinen Work&Travel-Urlaub also individuell angetreten ist, kann sich auch mit wochen- oder gar tageweiser Arbeit durchschlagen, je nach Lust und finanzieller Lage. Bei organisierten Work&Travel-Reisen sind dagegen meist längere Arbeitsphasen an einem Stück vorgegeben. So oder so, in jedem Fall bleibt genug Zeit, sich ausgiebig mit Land, Leuten und Kultur auseinanderzusetzen.

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    Ganz so wild wie beim Rodeo geht es bei der Jackaroo-Ausbildung dann doch nicht zu...

    Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Jackaroo-Ausbildung in Australien. In dieser – kostenpflichtigen – Ausbildung auf einer Ranch lernt man, den Einheimischen Farmarbeitern tatkräftig zur Hand zu gehen. Hier wird einem beispielsweise beigebracht, wie man reitet, ein Lasso wirft oder Schafe schert. Nach dieser mehrwöchigen Ausbildung ist man auf jeder Ranch eine willkommene Aushilfskraft und kann sich von Ranch zu Ranch durch den australischen Busch schlagen. Einzigartige Erfahrungen sind hier garantiert.

    Wesentlich häufiger arbeiten Working Traveller aber in einfachen Dienstleistungsberufen, etwa als Erntehelfer auf isländischen oder neuseeländischen Plantagen, als Kellner oder Küchenhilfe. Je nach Sprachkenntnissen und beruflicher Qualifikation sind aber auch durchaus höher qualifizierte Jobs möglich, die Work&Travel-Visas machen in diesem Punkt keine Vorgaben.

    Gerade wer längere Zeit im Ausland bleibt, wird sicherlich auch Phasen erleben, in denen nicht alles glatt läuft. Für diese Situationen sollte in jedem Fall durch spezielle Kranken- Unfall- und Haftpflichtversicherungen vorgesorgt werden. Selbst wer in Deutschland gut versichert ist, sollte seine Policen daraufhin prüfen, ob sie auch im außereuropäischen Ausland für längerfristige Arbeitsaufenthalte gültig sind.

    Diese Notwendigkeit zur Vorsorge sollte aber nicht über die Möglichkeiten hinwegtäuschen, die sich durch einen Work&Travel-Urlaub ergeben. Wann sonst hat man die Gelegenheit, einmal so tief in eine fremde Kultur einzutauchen. Wann sonst kann man so spontan die Welt entdecken, den Weg das Ziel sein lassen und einfach nur ein fremdes Land erleben. Ein Work&Travel-Visum erhält man von jedem Land im Regelfall nur einmal im Leben – auch deshalb eine einmalige Gelegenheit!

    KALENDERBLATT - 29. November

    1773 Die nordamerikanische patriotische Geheimorganisation "Söhne der Freiheit" bekräftigt den Boykott britischer Tee-Lieferungen.
    1791 Die Französische Nationalversammlung verabschiedet ein neues Gesetz gegen französische Priester, die den Eid auf die neue Verfassung verweigern.
    1812 Napoleons Grande Armée überschreitet beim Rückzug aus Moskau unter großen Verlusten die Beresina.



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