Wandel der Mitarbeiterführung im Zeitalter der Digitalisierung

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    In der Wirtschaft gilt die Digitalisierung als eines der augenblicklich bedeutsamsten Schlagworte. Fast jede Branche befindet sich im Wandel, da IT-Systeme immer stärker an Einfluss gewinnen. Diese Entwicklung hat immense Auswirkungen auf die Arbeitslandschaft und letztlich auch darauf, wie Mitarbeiter zu führen sind.

    Ein Wandel innerhalb der Führungskultur ist unerlässlich. Dies ist nicht nur der Fall, weil Computer zunehmend an Einfluss gewinnen. Auch weil immer mehr traditionelle Jobs ersetzt werden und dafür neue Jobs in den Mittelpunkt treten. Besonders Fachkräfte, wie Softwareentwickler und Experten für Qualitätssicherung sind am Arbeitsmarkt gefragt. Sie gelten als hochkarätige Experten, was neue Führungskonzepte erfordert.

    Abgabe von Entscheidungsgewalt

    Ob in der Softwareentwicklung oder anderen Feldern, die meisten Spezialisten arbeiten in Teams. In solchen Umgebungen gilt es oft Entscheidungen zu treffen, die umfassendes Fachwissen voraussetzen. Hiermit geht ein neuer Trend her: Führungskräfte müssen lernen, Entscheidungsgewalt abzugeben.

    Dies soll kein Einschnitt ihrer eigenen Macht sein. Vielmehr geht es darum, dass die Spezialisten oft am besten wissen, welche Entscheidungen zu treffen sind. Außerdem ist es hierdurch oft möglich, Entscheidungen deutlich schneller zu treffen, was letztlich ein Wettbewerbsvorteil sein kann.

    Neuer Trend: Enabler Kultur

    Es gibt Unternehmen, die neue Führungskonzepte erproben und dabei über den Tellerrand blicken. Ein Konzept, das sich derzeit zunehmender Beliebtheit erfreut, ist die Enabler Kultur. Bei ihr nehmen Führungskräfte eine neue Rolle ein. Die Funktion der Führungskräfte besteht nicht mehr darin, Aufgaben zu delegieren. Stattdessen stehen sie den Fachkräften ihrer Abteilungen als Ratgeber und Coach zur Seite.

    Die Idee hinter der Enabler Kultur ist simpel: Fachkräfte sollen sich verwirklichen können und Entscheidungen treffen. Allerdings mangelt es manchmal an Ressourcen, um getroffene Entscheidungen umzusetzen. Genau hier kommen die Führungskräfte ins Spiel. Sie ebnen den Spezialisten den Weg, damit diese ihre Ziele erreichen.

    Was inspirierend klingt, bringt in der Praxis jedoch ganz eigene Stolpersteine mit sich. Eines der Kernprobleme besteht darin, dass es etlichen – vor allem älteren Führungskräften – schwerfällt, sich in ihre neue Rolle einzuleben. Es besteht das Risiko, an alten Mustern festzuhalten und somit neue Entwicklung zu blockieren, anstatt sie zu fördern.

    Erfreulicherweise gibt es hierfür Lösungen. Zum einen machen Studien deutlich wie wichtig es ist, dass die Enabler Kultur im gesamten Unternehmen gelebt und insbesondere von der Geschäftsführung vorlebt wird. Des Weiteren lassen sich Verbesserungen erzielen, indem Führungskräfte mit dem Konzept intensiv vertraut gemacht werden. Abgestimmte Trainings für Führungskräfte gelten als wertvolles Instrument, um neue Führungskonzepte in einer Organisation erfolgreich zu etablieren.

    Nutzung von Tools

    Die anhaltende Digitalisierung und die damit intensivierte Nutzung von IT-Systemen macht selbst vor Führungskräften nicht halt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Manager sämtliche Aufgaben im Rahmen von Meetings oder am Telefon an ihre Mitarbeiter delegiert haben. Sowohl die Verteilung von Aufgaben als auch deren Überwachung sowie alle damit einhergehenden Prozesse erfolgen längst mit Unterstützung von Software.

    Alle größeren Unternehmen greifen auf spezialisierte Lösungen zurück, die insbesondere dem Austausch von Informationen dienen. Teams oder sogar ganze Organisationen können sich über maßgeschneiderte Plattformen austauschen, was den Fluss an Informationen maßgeblich verbessert.

    Einst waren es vor allem IT-Spezialisten, die mit derartigen Systemen gearbeitet haben. Heute müssen sämtliche Mitarbeiter entsprechende Plattformen beherrschen - und damit auch Führungskräfte. Unabhängig vom Alter besteht die Notwendigkeit, solche Lösungen täglich aktiv zu nutzen. Doch längst nicht alle Führungskräfte sind damit vertraut, was unter Umständen eine gezielte Einarbeitung erforderlich macht. Auch hier können gezielte Führungskräftetrainings und Workshops weiterhelfen.

    Umgang mit externen Partnern

    Eine der größten Herausforderungen, der sich die meisten Unternehmen derzeit stellen müssen, ist der Fachkräftemangel. Besonders mit der Besetzung von IT-Vakanzen tun sich viele Arbeitgeber schwer, etliche Stellen bleiben unbesetzt. Diese Problematik hat einen neuen Trend hervorgerufen, nämlich die Zusammenarbeit mit externen Partnern.

    Bei solchen Partnern kann es sich z.B. um Unternehmen handeln, die Software im Kundenauftrag entwickeln oder ihre Fachkräfte für Projektarbeiten verleihen. Ebenso befindet sich die Zusammenarbeit mit Freelancern stark auf dem Vormarsch. Anders gesagt: Viele Unternehmen holen sich temporäre Unterstützung ins Haus, meist für den Zeitraum einiger Monate.

    Für zahlreiche Manager ist dies eine vollkommen neue Situation. Ihnen sind Experten unterstellt, die nicht der eigenen Organisation zugehörig sind. Trotzdem muss es gelingen, diese Fachkräfte optimal in die gegenwärtigen Strukturen zu integrieren und einen reibungslosen Informationsfluss zu gewährleisten. In manchen Fällen sind die externen Partner nicht einmal vor Ort ansässig, sondern arbeiten z.B. vom Ausland aus. Damit können sogar interkulturelle Kompetenzen gefragt sein, die unter Umständen erst erlangt werden müssen.

    KALENDERBLATT - 9. August

    1890 Großbritannien übergibt Helgoland an das deutsche Reich, das es im Tausch gegen Überseekolonien erstanden hat.
    1945 Die USA werfen über Nagasaki die zweite Atombombe ab.
    1974 Gerald Ford wird als neuer Präsident der USA vereidigt, nachdem Richard Nixon unter dem Druck der Watergate-Affäre zurückgetreten ist.



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