Treppe

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    Bauelement aus mindestens drei Stufen; bereits in frühesten Monumentalbauten gab es Treppen (in Jericho um 6000 v.Chr., auf Kreta im 16. Jh. v.Chr.); anfangs überwog bei Sakralbauten die symbolische die praktische Bedeutung (unter anderem bei der babylonischen Zikkurat und in altamerikanischen Kultbauten); bei weltlichen Zeremonialbauten entsprach die Steigerung hingegen schon früh der menschlichen Schritthöhe (Persepolis, 6. Jh. v.Chr.).

    Römer und Griechen verwendeten Treppen ausschließlich unter praktischen Gesichtspunkten; erst an staufischen Kaiserpfalzen erhielten Freitreppen wieder repräsentativen und künstlerischen Charakter. Besonderes Interesse weckten daraufhin die Wendeltreppen in Kirchtürmen und Burgen.

    Im 16. Jh. entstanden v.a. großzügige Innentreppen (unter anderem im Belvedere-Hof im Vatikan, 1503-13; die Escalada Dorada in der Kathedrale von Burgos, 1519 ff.; die Wendeltreppe in Schloss Chambord, 1530) und reich gegliederte Treppenhäuser (z.B. die Biblioteca Laurenziana in Florenz von Michelangelo). Das Treppenhaus diente im Barock als prächtiger Ausdruck fürstlicher Macht (unter anderem Palazzo Barberini in Rom, 1629-32; Schlösser in Pommersfelden, Würzburg, Brühl und Blois).

    Außen- und Freitreppen des Barocks dienten wesentlich repräsentativen Zwecken (unter anderem Spanische Treppe zur Kirche SS. Trinità dei Monti in Rom, 1723-25; Kaskaden- und Treppenanlagen in Kassel-Wilhelmshöhe, 1701-18; Treppe zur Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte in Portugal, 1748-1811).

    Neue Materialien ließen den Treppenbau in der modernen Architektur eigene Wege gehen (z.B. freitragende Treppe).

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