Richard Strauss

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    deutscher Komponist; * 11. Juni 1864 in München, † 8. September 1949 in Garmisch-Partenkirchen

    Lebensstationen

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    Richard Strauss

    Strauss ist der Sohn des Waldhornvirtuosen und Mitglieds der Münchner Hofkapelle, Franz Strauss. Er erhielt schon früh in den Fächern Violine, Klavier und Musiktheorie Unterricht und unternahm im Alter von sechs Jahren seine ersten Kompositionsversuche. Der "Festmarsch", 1881 als op. 1 veröffentlicht, entstand bereits 1876. Durch Vermittlung von Hans von Bülow, der bei Strauss’ Dirigentendebüt 1884 in München anwesend war, kam er 1885 als Zweiter Kapellmeister an die Meininger Hofkapelle. 1886 wechselte er in die Position des Dritten Kapellmeisters an der Münchner Hofoper. Einer Assistenz bei den Bayreuther Festspielen folgte 1889 die Berufung zum Kapellmeister am Weimarer Hoftheater. Seine erste Oper "Guntram" vollendete er 1894 und brachte sie in Weimar zur Uraufführung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Tondichtungen "Aus Italien", "Don Juan", "Macbeth" und "Tod und Verklärung" mit Erfolg öffentlich dargeboten worden. Ebenfalls 1894 heiratete er die Sängerin Pauline de Ahna. Zahlreiche Konzertreisen mehrten seinen weltweiten Ruhm als Dirigent eigener und fremder Werke, so bereiste er Moskau, Barcelona, Amsterdam und Paris. Die Position des Ersten Königlichen Hofkapellmeisters in Berlin hatte er ab 1898 inne. 1909 wurde er zum Generalmusikdirektor der dortigen Hofoper ernannt.

    1900 machte er Bekanntschaft mit H. v. Hofmannsthal, ihre gemeinsame künstlerische Arbeit begann 1906, als Strauss seine Oper "Elektra" (1909) mit Hofmannsthal als Librettisten vertonte. Von 1919 bis 1924 beteiligte sich Strauss neben einer Tätigkeit in Berlin zugleich an der Leitung der Wiener Staatsoper. 1933 bis 1936 war Strauss Präsident der Reichsmusikkammer, er komponierte die "Olympische Hymne" für die Sommerspiele 1936 in Berlin und ging in der Folgezeit vermehrt auf Gastspielreisen, wo er unter anderem das Royal Philharmonic Orchestra in London sowie in Tokio dirigierte. Im Angesicht des zerstörten München komponierte er 1945 seine "Metamorphosen" für 23 Solostreicher. Als letztes Werk entstanden 1948 die "Vier letzten Lieder" für Singstimme und Orchester nach Texten von Joseph von Eichendorff und Hermann Hesse.

    Musikalisches Schaffen

    Das musikalische Schaffen Strauss' ist gekennzeichnet von der Entwicklung, beginnend mit spätromantischen Werken wie den Symphonischen Dichtungen (z.B. "Don Quichote", 1898) bis hin zu Opern wie "Salome" (1905) und "Elektra", mit denen Strauss an der Spitze der damaligen Avantgarde stand - ein Weg den er aber nicht weiter beschritt und sich in Wort und Schrift gegen die vollständige Aufgabe tonaler Bezüge in der Musik wandte. Dem entsprechend vollzog Strauss eine Kehrtwende und schuf mit dem teilweise klassizistisch anmutenden "Rosenkavalier" (1911) eine der erfolgreichsten Opern des 20. Jh.s. Als Komponist setzte er sich mit so unterschiedlichen Themen wie dem Wien Maria Theresias, Naturschilderungen ("Eine Alpensinfonie") und mit dem Werk Friedrich Nietzsches auseinander. Anlässlich einer Aufführung der "Alpensinfonie" (1914) äußerte Strauss, sie solle eigentlich besser "Der Antichrist" heißen. Vor diesem Hintergrund wird Strauss zu einer der widersprüchlichsten Figuren der Musik des 20. Jh.s., umso mehr, als seine herausragende Position in der nationalsozialistischen Kulturpolitik nach wie vor kontroverse Sichtweisen auf die Integrität seiner Person zulassen.

    3. Werke

    Symphonische Dichtungen: "Aus Italien", op. 16 (1887); "Don Juan", op. 20 (1889); "Macbeth", op. 23 (1890); "Tod und Verklärung", op. 24 (1890); "Till Eulenspiegels lustige Streiche", op. 28 (1895); "Also sprach Zarathustra", op. 30 (1896); "Don Quichote", op. 35 (1898); "Ein Heldenleben", op. 40 (1899); "Sinfonia domestica", op. 53 (1904); "Eine Alpensinfonie", op. 64 (1915).

    Orchesterkompositionen: Burleske für Klavier und Orchester, d-Moll, 1890, 2 Hornkonzerte, ein Oboenkonzert, Festmusiken, Gelegenheitskompositionen, Fanfaren, Suiten/ instrumentale Auskopplungen aus Bühnenwerken.

    Opern: "Guntram", op. 25 (1894); "Feuersnot", op. 50 (1901); "Salome", op. 54 (1905); "Elektra", op. 58 (1909); "Der Rosenkavalier", op. 59 (1911); "Ariadne auf Naxos", op 60 (1912/16), "Die Frau ohne Schatten", op. 65 (1919); "Intermezzo", op. 72 (1924); "Die ägyptische Helena", op. 75 (1933); "Arabella", op. 79 (1933); "Die schweigsame Frau", op. 80 (1935); "Friedenstag", op. 81 (1938); "Daphne", op. 82 (1938); "Die Liebe der Danae", op. 83 (1952); "Capriccio", op. 85 (1942); "Der Bürger als Edelmann", op. 60 (1912/18, Bühnenmusik). Weitere Werke (Auswahl): A-cappella-Chöre ("An den Baum Daphne", "Die Göttin im Putzzimmer", Männerchöre u.a., Klavier- und Orchesterlieder, Kammermusik, Klaviermusik.

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