Recycling
Aus WISSEN-digital.de
Mit Recycling bezeichnet man die Rückführung von Rest- und Abfallstoffen in den Produktionsprozess. Auf diese Weise sollen die natürlichen Ressourcen geschont, der Energieverbrauch gedrosselt und Umweltschäden vermieden werden. Seit 1990 wird das Recycling vom Dualen System koordiniert.
Die Recyclingrate ist je nach Branche und Material sehr unterschiedlich und hängt von Gewohnheiten, dem technischen Stand von Sortier- und Wiederaufbereitungsverfahren, von Produktionsprozessen, in denen das Altmaterial wieder eingesetzt wird, und nicht zuletzt von Rohstoffpreisen und den Kosten für das Recycling ab.
Die Eisen- und Stahlindustrie könnte theoretisch den gesamten erzeugten Stahl durch Einschmelzen wieder recyceln und ist sogar auf eine gewissen Schrottanteil bei der Stahlproduktion angewiesen. Ähnlich verhält es sich mit dem Aluminium. Das Wiedereinschmelzen von Aluminium erfordert lediglich 5 Prozent der Energiemenge, die zur Gewinnung neuen Materials benötigt wird. Etwa 90 Prozent des in alten Autos enthaltenen Aluminiums wandern heute wieder in den Automobilbau zurück. Die Automobilindustrie ist größter Abnehmer der 500 000 t Sekundäraluminium, die jährlich in Deutschland produziert werden.
Ein klassisches Recycling-Material ist das Papier. Hauptproblem bei der Altpapieraufbereitung ist das Entfernen der Druckfarben, was mit den heutigen De-Inking-Verfahren nur zu etwa 55 Prozent gelingt. Beim Auswaschen des Altpapiers sind Stoffverluste zwischen 30 und 40 Prozent üblich; die Reststoffe zu entsorgen, bereitet Schwierigkeiten. Küchenrollen, Toilettenpapier, Taschentücher und Servietten bestehen heute schon zu über 50 Prozent aus de-inktem Altpapier. Auch die Glasindustrie ist eine der Branchen, die traditionell einen großen Teil ihrer Produkte wieder verwertet.
Die weite Verbreitung von Kunststoffen, höher werdende Abfallberge, dahinschwindender Deponieraum, die geringe Akzeptanz von Müllverbrennungsanlagen und das allgemein gesteigerte Umweltbewusstsein haben das Kunststoffrecycling zu einer großen Aufgabe werden lassen, der sich jetzt besonders die Chemie- und Automobilindustrie stellen.
Kalenderblatt - 14. Juni
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