Recep Tayyip Erdogan

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    türkischer Politiker; * 26. Februar 1954 in Istanbul

    Besuch der Priester- und Predigerschule in Istanbul; später Politik- und Wirtschaftsstudium an der Marmara-Universität Istanbul. Ab früher Jugend erfolgreicher Spieler in verschiedenen, auch professionellen Fußballvereinen. Im Alter von 15 Jahren Beitritt zur islamistischen Milli-Görüs-Bewegung; ab 1960 Präsident der Jugendorganisation der rechtsgerichteten islamischen Nationalen Ordnungspartei (MNP); 1971 Paarteiverbot; ab 1972 Mitglied der neu gegründeten Nationalen Heilspartei (MSP).

    Nach Aufhebung des Parteienverbots im Juli 1983 war Erdogan Mitbegründer der Wohlfahrtspartei (RP), die wiederum die Nachfolgepartei der MNP bzw. MSP darstellte. 1985 wurde er ihr Vorsitzender für die Provinz Istanbul. Vor den Parlamentswahlen 1989 erzielte Erdogan durch seine aktive Rolle im Wahlkampf größere Bekanntheit. Als Bürgermeister von Istanbul (1994-98) verfocht der Politiker das Bild einer islamisch-reinen Türkei, das viele Anhänger fand; er setzte aber auch Projekte wie die Schaffung neuer Grünanlagen in der Stadt und einer effizienteren Müllabfuhr um.

    Die Wohlfahrtspartei wurde, obwohl zu dieser Zeit stärkste Partei im Parlament, 1998 vom Verfassungsgericht verboten; bereits im Jahr zuvor hatte Erdogan in Vorwegnahme des Verbots die Tugendpartei (FP) mitbegründet. Deren Rhetorik war zwar demokratischer, das Parteiprogramm aber unverändert. Erdogan wurde mit zunehmender Macht auch verstärkt von demokratisch und laizistisch ausgerichteten Organisationen, vor allem dem Militär, angegriffen. Wegen angeblicher Volksverhetzung wurde der Politiker 1998 schließlich mit einem lebenslangen Politikverbot belegt und 120 Tage inhaftiert.

    2001 kam es zu einem Verbot der Tugendpartei, aber auch zur Aufhebung des Politikverbots für Erdogan. Er gründete im Juli desselben Jahres die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), die eine konservativ-demokratische, muslimische Linie verfolgt. Ein zentrales Ziel von Erdogans Politik ist der rasche EU-Beitritt der Türkei. Kurz vor den vorgezogene Parlamentswahlen 2002 wurde Erdogan trotz seines betont demokratischen Programms die Kandidatur untersagt. Dennoch erreichte die AKP 34,4 Prozent der Stimmen, was einen kompletten Austausch der politischen Führungspositionen bedeutete. Nachdem das Parlament das Verbot aufgehoben hatte, kandidierte Erdogan bei einer Nachwahl. Seit 2003 ist er türkischer Ministerpräsident. Bei den Parlamentswahlen im Juli 2007 erreichte die AKP mit fast 47 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit.

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