Plotin

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    griechischer Philosoph; * 205 in Lykopolis (Ägypten), † 270 in Minturiae, Campanien

    auch Plotinos genannt. Neben dem Begründer Sakkas der Hauptvertreter des Neuplatonismus. In Ägypten geboren, kam Plotin nach ausgedehnten Reisen schließlich nach Rom, wo er seine Schule errichtete. Er erfreute sich dort der Gunst Kaiser Gallienus' und war bei der Bevölkerung äusserst beliebt. Seinen Plan, nach Vorbild des platonischen Staates eine Philosophenstadt zu errichten, konnte er nicht verwirklichen.

    Plotin führte die neuplatonischen Lehren seines Lehrers Sakkas weiter und systematisierte diese. In Anlehnung an die platonische Ideenlehre sprach Plotin vom All-Einen als dem Absoluten, aus dem alles Seiende hervorgegangen sei. Aus dem Einen entstehe durch Ausstrahlung (Emanation) zunächst der Geist (Nous), dann durch Abbildung die Weltseele und schließlich die Einzelseelen der Menschen und der Tiere, sowie die Materie als niedrigste Stufe. Die menschliche Seele, vom All-Einen abgefallen, müsse nun durch Ekstase die Bindung an die Materie lösen und nach Wiedervereinigung mit dem All-Einen streben.

    Die Schriften Plotins wurden durch seinen Schüler Porphyrios überliefert.

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