Kreta

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    auch: Kandia;

    größte griechische Insel im östlichen Mittelmeer; 8 261 km²; 600 000 Einwohner; gebirgig, bis 2 498 m hoch; Hauptorte: Heraklion (Hauptstadt), Chania, Rethymno.

    In den Tiefebenen Oliven- und Weinbau.

    Frühgeschichte (kretisch-mykenische Kultur)

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    Steintafel mit Gesetzestexten aus der Stadt Gortyn; 5. Jh. n.Chr.

    Besiedelt bereits am Ende der Steinzeit (um 3300 v.Chr.), eine Frühkultur (frühminoische Kultur) erkennbar beim Übergang zur Bronzezeit um 2600 v.Chr., deren Träger von dem Entdecker von Knossos, Evans (um 1900), Minoer genannt wurden; Nichtindogermanen und Nichtsemiten mit undeutbarer Sprache; ihre lebensfrohe, schöpferische, orientalisch beeinflusste Kultur um 2000 v.Chr. voll entwickelt sichtbar, in der Zeit der "Älteren Paläste" (um 2000 v.Chr. bis um 1700 v.Chr., Mittelminoische Kultur) in Knossos und Phaistos, wo Priesterkönige unter der Oberhoheit von Knossos ein Seereich beherrschten, das Handelsverbindungen zu Ägypten, Syrien, Alt-Griechenland (Mykene), Spanien unterhielt; die "Alten Paläste" offen, unbefestigt (geschützt durch die Flotte), nach einheitlichem Plan angelegt; "Kerames"-Vasenmalerei aus den königlichen Töpfereien von Knossos und Phaistos mit Spiralen und stilisierten Pflanzenmustern; Ausbildung einer vielleicht von ägyptischen Hieroglyphen abgeleiteten Bilderschrift. Um 1700 v.Chr. Zerstörung der "Älteren Paläste" eventuell durch Invasion oder Aufstände.

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    Die Hafenfront von Chania, Kreta

    Zeit der "Jüngeren Paläste" (spätminoische Kultur, 16. Jh. bis 1400 v.Chr.), in neuer, ebenfalls unbefestigter, großartiger Architektur und mit neuen Kunstformen; Ablösung der Bilderschrift durch die "Linearschrift A"; die "Paläste" um 1580 v.Chr. durch Erdbeben, die kretische Flotte durch Flutwelle vernichtet; bald danach umfassender Wiederaufbau und Neubau an vielen Plätzen Kretas: Knossos, Phaistos, Hagia Triada u.a.; Anlage großer Städte und Häfen; die "Jüngeren Paläste" breit und kunstvoll geplant; der Palast von Knossos in der Größe des Buckingham-Palastes, die anschließende Stadt mit etwa 80 000 Einwohnern; die mehrstöckigen, weitläufigen Paläste mit Abflüssen, Badezimmern, Toiletten, Licht- und Luftschächten, Senk- und Abfallgruben waren zugleich Wirtschaftszentren (Speicher für Öl, Wein, Getreide, Werkstätten); im Innern Thronsaal, Hauskapellen (Verehrung der "großen Herrin", einer Fruchtbarkeits- und Muttergöttin als oberster Gottheit; Kult der Palastgötter; Stierkult, die Doppelaxt als Kultzeichen); lebensähnliche Figuren-, Blumen-, Tierwandfresken und Vasenmalereien, Elfenbeinfigürchen, getriebene Goldschmiedearbeiten; auf dem flachen Lande Herrenhäuser, in den Bergen heilige Höhlen; Stützpunkte des kretischen Handels auf Rhodos, in Kleinasien und Ägypten (Gesandtschaftsaustausch); stärkste Beeinflussung der Lebenswelt der altgriechischen Fürstensitze von Mykene und Tiryns und zunehmende Beeinflussung der kretischen durch die kriegerische mykenische Kultur (kretisch-mykenische Mischkultur); Entwicklung der "Linearschrift A" zur "Linearschrift B", die entziffert ist und die griechische Sprache dieser Zeit (auch des Festlandes, Mykenes und Tiryns') wiedergibt; sie beweist, dass eingewanderte Griechen schon vor 1420 v.Chr. in Knossos wohnten (eventuell Söldner, Leibgarde); um 1420 v.Chr. Bruch mit Mykene und um 1400 v.Chr. plötzliche Zerstörung sämtlicher minoischer Paläste.

    Antike

    Griechen wurden Herren der Insel; Kreta um 1200 v.Chr. griechische Kolonie; seit 1100 v.Chr. von Dorern erobert; seitdem etwa 20 sich befehdende Kleinstaaten, die 69-67 v.Chr. von den Römern unterworfen wurden; Kreta kam bei der Reichsteilung 395 n.Chr. zum Oströmischen Reich (Byzanz).

    Spätgeschichte

    823-961 arabisch, dann wieder byzantinisch, seit 1212 unter Herrschaft Venedigs, 1699 nach 15jährigem Kampf von den Türken erobert, 1898 selbstständig, 1913 endgültig zu Griechenland; im Zweiten Weltkrieg Mai 1941 von deutschen Fallschirmtruppen erobert und besetzt, wieder geräumt 1944.

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