Kalifat

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    (arabisch: Chalifa, "Stellvertreter", "Nachfolger")

    Amt und Würde des Kalifen als des weltlichen (nicht auch geistlichen) Oberhauptes des Islams in der Nachfolge des Propheten Mohammed, mit dem Titel Emir el Muminin, Befehlshaber der Gläubigen, d.h. absoluter Herrscher der islamischen Universalmonarchie.

    Geschichte

    Das Kalifat nahm mit der arabischen Welteroberung (Araber, Islam) seinen Ausgang in Medina, wo die ersten vier "rechtgeleiteten" Kalifen 632-661 n.Chr. residierten. Mit der Ermordung Alis spaltete sich die mohammedanische Welt; die Schiiten sahen die rechtmäßige Nachfolge des Propheten in Ali und seinen Nachkommen (erloschen um 900) verkörpert und erwarteten seither die Wiederkehr des Imam (als geistliches und weltliches Oberhaupt); die sunnitische Mehrheit erkannte das Kalifat der Omaijaden an, die in Damaskus residierten und das Kalifat erblich machten; 750 wurden sie von den Abbasiden vertrieben und begründeten 755 das unabhängige Emirat von Cordoba (Spanien, 929 zum Kalifat erhoben), aus dem sie von den Almoraviden, diese von den Almohaden verdrängt wurden; die Tradition dieses Kalifats wahrte der Sultan von Marokko. Im Osten verlegten die Abbasiden den Sitz des Kalifats nach Bagdad, das unter Almansor und Harun Ar Raschid seine Glanzzeit erlebte. Seit dem 9. Jh. verfiel die Macht des Kalifats; in den Provinzen rissen Statthalterdynastien (Fatimiden, Aiubiden, Ghasnewiden u.a.) die Macht an sich. 1258 flüchteten die Abbasiden vor den Mongolen nach Ägypten, ihr Scheinkalifat in Kairo wurde 1517 von den siegreichen Türken neu belebt, die das Kalifat mit der Sultanswürde verbanden und in der Dynastie Osman erblich machten. In Dingen des Glaubens entschieden die Schriftgelehrten, Ulemas und Muftis, an ihrer Spitze der Scheich el Islam. Parallel zum Verfall der osmanischen Macht und infolge der Unterdrückung der Araber durch die Türken sank das Ansehen der Sultan-Kalifen ständig (trotz panislamischer Propaganda; besonders unter Abdul Hamid II. ging 1914 der türkische Aufruf zum Heiligen Krieg ins Leere). 1924 schaffte die türkische Nationalversammlung das Kalifat ab; der vom letzten Sultan Mohammed V. zum Nachfolger im Kalifat ernannte König von Hedschas (Hussein Ibn Ali) musste nach seiner Vertreibung durch Ibn Saud abdanken; seither ist das Kalifat vakant; Versuche, es zu erneuern, scheiterten am Widerstand der arabischen Herrscher.

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