Ist die Schweiz ein Vorbild für Deutschland?

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    In vielen Bereichen stehen die Eidgenossen deutlich besser da, als der große Nachbar. Das gilt vor allem im Bereich des Gesundheitswesens. In Deutschland ist die staatliche Gesundheit vor allem durch Bürokratie, sowie durch hohe Kosten stark belastet. Seit Jahrzehnten versuchen die entscheidenden Politiker die daraus resultierenden Probleme zu lösen und schauen dabei nicht selten neidisch auf das kleine Land in den Alpen. Hier scheint es zu laufen, weswegen ein näherer Blick auf das Gesundheitssystem der Schweiz durchaus einen Blick wert ist.

    In der Schweiz ist die Gesundheit mehrheitlich privat organisiert

    Die Krankenversicherung ist eine große soziale Errungenschaft und gerade in den Zeiten, in denen der Neoliberalismus langsam ausklingt, wird der Wert der staatlich garantierten Versorgung wieder sichtbar. In Deutschland ist die Krankenversicherung quasi staatlich finanziert und wird von den versicherten Arbeitnehmern, sowie den Arbeitgebern durch Umlagen aus dem Arbeitsentgelt getragen. Restbeträge werden direkt aus Steuermitteln beglichen.

    So ähnlich funktioniert auch das Modell der Schweiz. Nur wird hier ein deutlich höherer Wert auf die privatwirtschaftliche Organisation gelegt. Ein direkter Vergleich zeigt schnell, dass wesentliche Bereiche wie Bürokratie und umständliche Verfahren weitestgehend abgeschafft wurden. Die zuständigen Kassen müssen in erster Linie auf eigene Risiken hin wirtschaften. Erst bei groben Fehlbeträgen haftet der Staat.

    Die Schweiz setzt bei den Versicherten auf mehr Autonomie

    Die gesundheitlichen Risiken der Neuzeit sind signifikant und genau deswegen wollen und sollen viele Menschen selbst entscheiden, welche Leistungen für sie sinnvoll sind. Die Schweiz setzt auf die Eigenverantwortung der Bürger. Beispielsweise lohnt sich ein Preis- und Leistungsvergleich der Krankenkasse in der Schweiz viel eher, als es in Deutschland der Fall wäre. Die Bürger sind viel stärker eigenverantwortlich und müssen selbst vorsorgen. Der Staat garantiert hier lediglich eine qualitativ hochwertige Grundversorgung, sowie die wichtigen Leistungen.

    Demgegenüber ist Deutschland in der Leistungsbreite deutlich besser aufgestellt, hat aber einen deutlich höheren Aufwand hierfür zu bewältigen. Es gibt also beiderseits Vorteile und Nachteile und es wäre mehr als fraglich, ob sich eine direkte Übernahme des Systems der Schweiz lohnen würde. Auch wenn der bürokratische Aufwand in der Eidgenossenschaft vergleichsweise niedrig ist, was sich natürlich direkt auf die Kosten für die Gesundheit niederschlägt.

    Fazit: Deutschland ist nicht die Schweiz

    Der große Vorteil der Schweiz ist, dass das Land klein ist und über eine sehr starke Wirtschaft verfügt. In Deutschland gestaltet sich vieles sehr anders, weswegen eine eins zu eins Übernahme des Gesundheitssystems in dieser Form nicht machbar wäre. Was aber nicht von den Problemen ablenken soll, die es in Deutschland gibt. Viele einfache Vorgänge sind hier mit einem riesigen Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Die Bürokratie scheint eine der liebsten Leidenschaften der Bundesbürger zu sein und gerade bei den Krankenkassen gilt sie als eines der hauptsächlichen Hindernisse für Reformen.

    Diese Zukunftsaufgabe muss bewältigt werden, da ansonsten der Kostenanteil immer weiter steigen dürfte. Denn die treibenden Faktoren, also der demografische Wandel und weitere medizinische Katastrophenfälle, dürften nicht ewig auf sich warten lassen und sind die Herausforderungen der Zukunft für jedes Gesundheitssystem.

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