Indochina

    Aus WISSEN-digital.de

    Mit Indochina wird eine Region in Hinterindien bezeichnet, die zu Kambodscha, Laos und (seit 1954) zu Vietnam gehört.

    Mittelalter

    Im Mittelalter war Indochina Gebiet hinduister Reiche unter chinesischer Oberhoheit. Seit dem 16. Jh. wurde die Region in die christliche (katholische) Mission einbezogen.

    Kolonialzeit

    1787 begannen die französischen Kolonialherren dort Fuß zu fassen: Durch einen Vertrag mit dem unabhängigen Kaiserreich Annam erwarben die Franzosen erste Stützpunkte. Im 19. Jh. wurden Christenverfolgungen Anlass zur Ausdehnung des französischen Kolonialbesitzes (In den 1860er Jahren Erwerb Kotschinchinas mit Saigon. Kambodscha schloss sich freiwillig als Schutzgebiet an. 1883 wurde Annam französisches Protektorat), 1884 verzichtete China per Vertragsschluss auf seine Ansprüche auf Indochina. Trotzdem kam es 1884/85 zum französisch-chinesischen Krieg (auch Tonkin wurde französisch). 1887 wurden die bisher erworbenen Gebiete als Französisch-Indochina zusammengefasst und durch Abtretungen Siams erweitert: 1893 wurde Laos, 1907 das von Thaistämmen bewohnte Gebiet von Battambang einbezogen (ein Grenzstreifen Kambodschas; später von Siam zurückgefordert).

    Indochina war für die Kolonialmächte eine ergiebige Rohstoffquelle (Reis, Gummi) und Brücke für den Chinahandel.

    Unabhängigkeitsbewegungen nach dem 2. Weltkrieg

    Regungen einer Nationalbewegung gab es schon vor dem 2. Weltkrieg. 1944 wurde Tonkin von den Japanern besetzt, die eine Nationalregierung bildeten. Nach der Kapitulation Japans wurde der Kaiser Bao Dai in Annam gestürtzt und die Republik Vietnam proklamiert, die Annam, Tonkin und Kotschinchina umfasste, durch die nationalrevolutionäre Vietminh-Bewegung unter Ho Tschi Minh.

    Laos und Kambodscha wurden 1946 assoziierte Staaten der Französischen Union. Im gleichen Jahr kam es zu einem Vertrag mit Frankreich, der Vietnam als unabhängigen Freistaat anerkannte und eine Sonderregelung für Kotschinchina erreichte. Der Vertrag wurde 1946/50 revidiert. Bao Dai kehrte 1949 als Staatschef nach Vietnam zurück, und Kotschinchina wurde wieder eingegliedert.

    1950 kam es zu neuen Kämpfe mit den Vietminh. Erst nach dem Fall der Festung Dien Bien Phu 1954 konnte der Krieg durch das Genfer Abkommen beendet werden. 1955 dankte Bao Dai ab und Vietnam wurde in Nord-Teil und Süd-Teil geteilt (1975 nach Abzug der amerikanischen Truppen aufgehoben).

    Seitdem ist Indochina in die Staaten Vietnam, Kambodscha und Laos geteilt.

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